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Der Reichsbahn Turn- und Sportverein Viktoria 01 Aschaffenburg e.V.

RB Viktoria Aschaffenburg 01 war nicht Red Bull Viktoria Aschaffenburg, sondern Reichsbahn Viktoria Aschaffenburg 01

1937 bis 1939 fusionierten der SV Viktoria Aschaffenburg 1901 e.V. (Bild 1) und der Reichsbahn Turn- und Sportsverein 1931 e.V. (Bild 2) zum Reichsbahn Turn- und Sportverein Viktoria 01 Aschaffenburg e.V.. Zwei Jahre versuchten es die beiden vornehmlich Fußball spielenden Vereine gemeinsam. Danach scheiterte das Projekt. Wie es dazu kam, warum die beiden Vereine fusionierten und warum das Projekt scheiterte, soll im Folgenden dargestellt werden.

Der (sport-)politische Hintergrund

Die Fusion fiel in den Zeitraum der nationalsozialistischen Diktatur von 1933 bis 1945. Als Adolf Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler ernannt wurde, stand der DFB (Deutscher Fußball Bund) wegen der Berufsspielerfrage vor der Spaltung.[1] Aus der „Machtergreifung“ resultierten für den DFB verschiedene Vorteile, etwa die Priorität für den Amateurfußball, die dazu beitrugen, dass der DFB seine Krise überwinden konnte. Die formale „Gleichschaltung“ des DFB, die sich in der Überführung der Organisation in den 1934 proklamierten Deutschen Reichsbund für Leibesübungen (DRL) äußerte, ging mit der Einführung des „Führerprinzips“ einher. Der Fußball stand zwar wie alle anderen Bereiche des gesellschaftlichen Lebens unter der Kontrolle des NS-Regimes, erhielt jedoch einen derart großen Freiraum bei der Gestaltung seiner Angelegenheiten, dass sich der Eindruck von weitgehender Freiheit aufdrängt, in Wirklichkeit aber lediglich von einer überwachten Selbstständigkeit die Rede sein konnte. Im Fußball setzte wie in der gesamten Gesellschaft ab 1933 ein kontinuierlicher Prozess der Ausgrenzung der Juden ein. Der DFB und die meisten seiner Vereine schauten über die zunehmend unerbittlichere Behandlung ihrer ehemaligen jüdischen Sportkameraden hinweg und machten sich dadurch mitverantwortlich.[2]

Zudem versuchten die Nationalsozialisten in den Jahren vor den Olympischen Spielen 1936 in Berlin ein Bild von Deutschland zu vermitteln, das geprägt sei von Weltoffenheit, Völkerfrieden und Leistungsbereitschaft und mit dem auch weltweite Boykottbestregungen ausgehebelt werden sollten[3], was auch gelang.

Auch in Aschaffenburg spielten Juden als Aktive und als Funktionäre eine Rolle in den Fußballvereinen. So etwa Richard Hamburger, der als „Gönner des Fußballclubs Viktoria“ sogar mit der silbernen Ehrennadel des Süddeutschen Fußball- und Leichtathletikverbandes ausgezeichnet wurde.[4] (Bild E1) Er war auch Sportleiter des im Juli 1933 gegründeten „Allgemeinen Jüdischen Turn- und Sportverein“ AJTUS Aschaffenburg, in dem sich jüdische Sportler sammelten, die aus den anderen Vereinen gedrängt wurden. „Dieser Sportverein hatte nach einer undatierten Liste 277 aktive und 97 passive Mitglieder.“[5] Sie konnten aber nicht einfach ihren Sport ausüben. Vielmehr wurde gegen die Mitgliedschaft einzelner Personen Einspruch von Seiten des Aschaffenburger Oberbürgermeisters erhoben, mit verleumderischen und abstrusen Begründungen.[6]

Die Kontrolle der Nationalsozialisten vor Ort gegenüber dem Verein ging so weit, dass er sich einzelne Mannschaftsaufstellungen für Spiele gegen andere jüdische Fußballvereine genehmigen lassen musste.[7] (Bild E2) Kein Wunder, dass in böser Vorahnung alle Vorstandsmitglieder der Viktoria bei der „Gleichschaltungs-Versammlung“ 1933 ihre Ämter zur Verfügung stellten. Ab 1938 erhielten alle jüdischen Sportvereine ein Betätigungsverbot.

Der SV Viktoria

Der S.V. Viktoria Aschaffenburg, der heute noch in der höchsten Amateur-Spielklasse in Bayern Fußball spielt, wurden 1901 gegründet.[8] Der Fußball-Sport steckte zu dieser Zeit noch in den Kinderschuhen. Fußball, dieses „rohe Spiel war verpönt bei den Pädagogen“, stieß auf „Argwohn der gestrengen Behörden“ und auf „Verständnislosigkeit der Öffentlichkeit“.[9]  Nach einem Fußball-Werbespiel zwischen Viktoria Frankfurt und dem FC 1899 Offenbach auf dem Aschaffenburger Exerzierplatz am Mainufer (heute Volksfestplatz) am 6. August 1901 vor rund 200 Zuschauern war es dann soweit: am 9. August gründeten zwölf Männer im Aschaffenburger Ratskeller in der Dalbergstraße den 1. FC Aschaffenburg. Ziel des Vereins: Pflege und Förderung des Fußballspiels.[10]

1902 entwickelte sich auf dem Exerzierplatz ein reges sportliches Leben, „eine Freude die jungen Spieler beim Sporte zu beobachten.“ Am 12. April gründet sich ein weiterer Verein, der FC Viktoria Aschaffenburg, Vereinsfarben weiße Hose und blaues Hemd. 1902 wird der FC Viktoria in den 1893 gegründeten „Verband süddeutsche Fußballvereine“ aufgenommen. Trotz weiterhin kritischer Stimmen entwickelte sich in den Folgejahren ein ständig wachsender Spielbetrieb, der über die Grenzen Aschaffenburg hinausführt. So wird die Viktoria 1904 zum Taufpaten des 1. FC Würzburg 04.[11] In diesem Jahr schließen sich die beiden Aschaffenburger Fußballvereine unter dem Namen FC Viktoria 01 Aschaffenburg zusammen. Viktoria spielte mehr und mehr überregional und sicherte sich 1906 durch die Meisterschaft in B-Klasse die Teilnahmeberechtigung zu den Spielen in der höchsten Fußballklasse[12]. Das Vereinslokal wurde von der Brauerei Geiger in den „Wilden Mann“ verlegt.

Während neue Abteilungen dazu führten, dass der FC sich in SV umbenennt, wird mehr und mehr nach einer funktionierenden Sportanlage gesucht. Der kleine Exe entsprach nicht mehr den sportlichen Ansprüchen (Bild 3). Da die Aschaffenburger „Stadtväter“ wenig Interesse zeigten, ergriffen die Verantwortlichen der Viktoria die Initiative und pachteten nach langwierigen und schwierigen Verhandlungen auf Leiderer Gemarkung sieben Grundstücke. Gelder zum Ausbau des Sportgeländes wurden durch Anteilscheine für Mitglieder und Gönner aufgebracht. Am 23. Mai 1909 erfolgten die „Sportplatz-Eröffnungs-Feierlichkeiten“, zu dem „die gesamte hiesige Einwohnerschaft, insbesondere die Freunde und Gönner des Rasensports höflichst“ eingeladen wurden.[13] Über 1 200 Zuschauer sahen den deutlichen Sieg von 7:1 über die befreundete Mannschaft von Hanau 93. Mit der Sportanlage waren die Voraussetzungen geschaffen, auch große und namhafte Vereine nach Aschaffenburg zu holen, wie etwa die Spielvereinigung Fürth oder Young Fellows Zürich, den Meister der Ost- und Zentralschweiz.

Der Beginn des 1. Weltkriegs 1914 bedeutete einen jähen Einschnitt. Zwei Drittel der aktiven Spieler mussten in den Krieg, dennoch wurde der Spielbetrieb aufrechterhalten. Zeitweise wurde die Mannschaft ergänzt durch Soldaten aus der hiesigen Kaserne. Bis 1918 verloren 29 Mitglieder ihr Leben.[14]

Nach dem 1. Weltkrieg ging es für die Viktoria wieder bergauf. Die Mitgliederzahl wuchs.  Viktoria zählte 891 Mitglieder und hatte sechs Jugendmannschaften. Am 11. August 1919 beschloss der Süddeutsche Fußballverband, die Viktoria in die 1. Ligaklasse Süddeutschlands aufzunehmen. Gegner waren Vereine aus Düsseldorf, Mannheim oder Nürnberg.[15]

Vor diesem Hintergrund schrieb die Aschaffenburger Zeitung: „Die starke Entwicklung des hiesigen Sportlebens macht die Frage eines Stadions immer brennender. Die Bedeutung des Sports für die Gesundheit von Körper und Geist, für Erziehung zu Zucht und Ordnung wäre für Behörden, Industrie- und Handelskreise sowie Schulen Anlass, mit den hiesigen Sportvereinen zwecks Errichtung entsprechender Plätze in Verbindung zu treten. Nach dem Muster anderer Städte dürfte auch in Aschaffenburg die Gründung einer Sportplatzgesellschaft zweckmäßig sein.“[16]

1922 hat die Viktoria 1 270 Mitglieder, 1923 bereits 1 400. Im Frühjahr wird eine 400 Zuschauer fassende Holztribüne errichtet. Im August lockt der deutsche Meister 1. FC Nürnberg 5000 Zuschauer an die kleine Schönbuschallee. Inzwischen gründeten sich auch eine Hockey- und eine Rugby-Abteilung. 1926 feiert die Viktoria ihr 25jähriges Jubiläum im Frohsinnsaal. Sportlich waren diese Jahre durch ein Auf und Ab der aktiven Mannschaft gekennzeichnet. Bedingt durch die schlechte Wirtschaftslage verliert die Viktoria viele Mitglieder. Am Jahresende 1928 waren es noch 380.

Am 1. August 1931 feierte „der Pionier des Sports am Bayerischen Untermain, die Aschaffenburger Viktoria“ über zwei Tage mit Festkommers, Frühschoppen, Ernennung von Ehrenmitgliedern, Familienabend und Totengedenken ihr 30jähriges Bestehen.[17] 1933 wurde die Meisterschaft in der Ostmainkreisliga gefeiert. Im Herbst dieses Jahres und aufgrund der veränderten politischen Machtverhältnisse erfolgte die „Gleichschaltungs-Versammlung“, bei der alle Vorstandsmitglieder ihre Ämter zur Verfügung stellten und der Verein Bayern und der Bezirksklasse Unterfranken zugeteilt wird. „Die betriebene Parteipolitik mit ihrem wie Gift ausgestreuten Rassenhass unterband jede sportliche und kameradschaftliche Verbundenheit unter den im Sport Gleichgesinnten gleich welcher Rasse oder Religion. Was bislang im Sport als oberstes Gesetz galt, verlor mit der Machtübernahme Geltung und Berechtigung. Viele im Sport verdiente Männer zogen sich zurück. Gewisse Kräfte begannen jetzt schon einen Wettlauf um die Gunst der neuen Herrscher im Dritten Reich.“[18]

Viktoria pflegt weiter internationale Kontakte. Am 25 Dezember 1933 heißt es auf einem Plakat in Süd-Frankreich: „Grand Match International – S. Viktoria 1901 (d’Aschaffenburg) – Champion de Bavaiere contre U.S. Bedarieux“.[19] 1934 und 1935 gewann die Viktoria die Meisterschaft der unterfränkischen Bezirksklasse, scheitere allerdings in den Aufstiegsspielen.

Der Reichsbahn Turn- und Sportverein

Rot-Weiß Aschaffenburg 1931 e.V. wurde 1931 als Reichsbahn Turn- und Sportverein gegründet. Der Verein existierte bis zu seiner Auflösung 2007 und hatte seinen Sportplatz in der Goldbacher Straße (auf dem heutigen Baywa Gelände).

„Eisenbahner besaßen traditionell ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl, lebten vielfach in gemeinsamen Wohnsiedlungen und teilten bereits etliche Freizeitaktivitäten. Seit den 1880er Jahren entstand eine große Zahl von Eisenbahnervereinen mit berufsständischem Selbstverständnis, die ihren Mitgliedern vor dem Hintergrund sinkender Arbeitszeiten neben sozialfürsorglich-caritativen Leistungen auch Angebote zur gemeinsamen Freizeitgestaltung machten.“[20]

Gegründet wurde der „Reichsbahn-, Turn- und Sportverein Aschaffenburg“ am 1. Februar 1931. Gründerväter waren Heinrich Aulbach, Hans Christ, Kilian Haab, Rudolf Haas, Georg Hattig, Josef Heeg, Franz Kunkel, Karl Moler und Bernhard Hattig. Gegründet wurden folgende Abteilungen: Turnen, Leichtathletik, Faustball, Handball, Kegeln, Wandern, Hockey, Kleinkaliberschießen, Wassersport und Musik. Ende 1931 begann auch der Fußballbetrieb. Am 31. Oktober 1931 zählte der Verein 520 Erwachsene und 200 jugendliche Mitglieder.

Es gab keinen Sportplatz und keine Sporthalle. Die ersten Mitgliedsbeiträge wurden für die geringe Platzmiete beim TV Aschaffenburg und für Hallenmiete ausgegeben. Schon bald wurde man auf der Suche nach einem geeigneten Gelände fündig. Am Rande der Stadt an der Goldbacher Straße boten sich 1,4 Hektar, die im Besitz des Grafen Schönborn und eines Landwirts waren, zum Kauf an. Die Reichsbahn kaufte 1932 dieses Gelände für 50.000 Reichsmark. Sie erhielt die Auflage, einen Feldweg, der das Gelände tangierte, durch Kohlenschlacke begehbar zu machen. Die Reichsbahn musste bis 1940 dem vormaligen Eigentümer Nutzungsrechte für Wohnhaus, Stall und Obstgarten einräumen. Mit viel Eigenleistung wurde die Sportanlage hergerichtet.

„Schon bei der Gründung des Vereins wurde dem damals so volkstümlich gewordenen Fußballsport Rechnung getragen. Die Fußballabteilung nahm als Mitglied des Süddeutschen Fußball- und Leichtathletikverbandes erstmals an den Verbandsspielen der C-Klasse im Gau Spessart im Jahre 1931/1932 teil.“[21]  Viele Vereine sahen in dem Reichsbahn Turn- und Sportverein einen Rivalen, der von der Reichsbahn unterstützt wurde. Deshalb wurde zunächst auch die Aufnahme in den Verband abgelehnt.

Die fußballerische Entwicklung war durchwachsen. Erfolge und Misserfolge wechselten sich ab, weshalb allenfalls ein Mittelplatz in der Tabelle erkämpft werden konnte. Die Jugendmannschaft erzielte schöne Erfolge, darunter einen 5:1 Sieg über die Jugend des Kreismeisters Viktoria Aschaffenburg. Die Aktiven gewannen 1933 eine Werbeturnier in Schweinheim.1936 schmolz die Fußballabteilung mehr und mehr zusammen.

 

Der Weg zur Vereinigung

Zahlreiche Einberufungen beeinträchtigten den Spielbetrieb 1935/1936 der Viktoria. Es reichte nur zu einem 4. Platz in der Bezirksklasse Unterfranken. 1936/1937 lief es zwar besser, aber der Aufstieg wurde nicht geschafft.[22] Bei der Generalversammlung am 24. Juni 1936 wurde der Rechtsanwalt Dr. Robert Büttner[23] einstimmig als „Vereinsführer“ gewählt. Sein Stellvertreter wurde Georg Neitzer[24].

Auf Seiten des Reichsbahn Turn und Sportverein sah es ähnlich aus. Wegen des Mitgliederschwunds legten verschiedene verantwortliche Vereinsfunktionäre ihre Ämter nieder. Georg Fleckenstein[25] übernahm als Abteilungsleiter die Fußballabteilung. Das Spielerpotential war eher dünn. Erst als das Infanterie-Bataillon 388 nach Aschaffenburg verlegt wurde und aus dessen Reihen neue Fußballspieler kamen, setzte ein spielerischer und kameradschaftlicher Aufschwung ein.[26]

Vor diesem Hintergrund kam es im Frühjahr 1937 zu wiederholten Besprechungen zwischen den Verantwortlichen der Viktoria und der Eisenbahner. Ziel war der Zusammenschluss beider Vereine,

  • „im Interesse des Fußballsports“,
  • „auf ehrlicher Basis, auf Treu und Glauben“,
  • in der Hoffnung auf „grundlegende Verbesserungen in der leidigen Sportplatzfrage“,
  • um „die Spielstärke zu heben, die letztlich den Aufstieg in die höchste Spielklasse bewerkstelligen sollte.“[27]

Die Aschaffenburger Zeitung berichtete ausführlich über die außerordentliche Mitgliederversammlung des Sportvereins Viktoria am 24. April 1937 unter dem Titel: „Viktoria Reichsbahn vereint! (Bild 4) Aschaffenburgs größter Sportverein entsteht!“[28]

„126 Mitglieder nahmen daran teil. … Vereinsführer Herr Neitzer gab bekannt, dass bei einer Zustimmung der Vereinigung maßgebend sei, dass etwas Stärkeres und besser Fundiertes geschaffen werde. … Nicht Hemmungen finanzieller Art seitens des Sportvereins Viktoria sind maßgebend für eine Vereinigung. Allein der Umstand, dass im Fußballsport in Aschaffenburg etwas Besonderes geleistet werden soll, war ausschlaggebend für die Verhandlungen zwischen den beiden Vereinen…. Eine große Debatte entspannt sich über die Namensnennung des neu zu bildenden Vereins. Man wurde sich letztlich einig auf den Namen „Reichbahn-Turn- und Sportverein Viktoria 01 Aschaffenburg“. …Auf Antrag der Abstimmung wurde eine einstimmige Zustimmung zur Vereinigung kundgetan. Somit war die Grundlage gegeben, mit dem Reichsbahn-Turn- und Sportverein das Ergebnis der gleichzeitig stattgefundenen Sitzung auszutauschen. … Herr Neitzer, der derzeitige Führer des Sportvereins Viktoria stellte die Vereinigung unter großen Beifallskundgebungen beiderseits fest. Der Führer des Reichsbahn-Turn- und Sportvereins Imgrund[29] betonte, dass auch seitens seines Vereins eine hundertprozentige Zustimmung zur Vereinigung zum Ausdruck gekommen sei. … Zum Schluss betonte er einerseits den ehrlichen Willen, das Bestmögliche zu schaffen und ernannte in seiner Eigenschaft als Führer des Vereins Herrn Neitzer als seinen Stellvertreter in der Führung des Gesamtvereins.“[30] Der Artikel in der Aschaffenburger Zeitung wurde durch eine Karikatur illustriert, in der Viktoria „Gute Fahrt“ (Bild 5) gewünscht wurde.[31]

„Mit der Fusion erhoffte man sich grundlegende Verbesserungen in der leidigen Sportplatzfrage. Weiterhin wurde mit der Vereinigung der beiden Vereine das Ziel angestrebt, die Spielstärke zu heben, die letztlich den Aufstieg zur höchsten Spielklasse bewerkstelligen sollte.“[32]

Warum durch die Fusion eine Anhebung der Spielstärke erhofft wurde, lässt sich nicht nachvollziehen. Noch im November 1936 erlitt die Viktoria bei Post SV Würzburg eine empfindliche Niederlage von 2:0.[33] (Bild 6) Dennoch stand die Viktoria mit drei Punkten Vorsprung auf dem ersten Platz in der Bezirksklasse Mainfranken und hatte bei zehn Spielen nur ein Unentschieden und eine Niederlage vorzuweisen. Gleichzeitig rangierte der Reichsbahn Turn- und Sportverein von dem vorletzten Platz der Kreisklasse Gruppe 2 mit gerade mal vier Punkten bei 8 Spielen.[34] „Im Dezember 1936 legte die Viktoria mit einem „Bombensieg“ von 15:0 gegen den Sportverein Würzburg sogar noch eine Schippe drauf. Sie blieb unangefochtener Tabellenführer mit dem besten Sturm und der besten Verteidigung.[35] Allerdings ging das entscheidende Spiel um die Meisterschaft in der Bezirksklasse Mainfranken im Januar 1937 gegen Kickers Würzburg mit 2:1 verloren. Würzburg wurde Meister, Viktoria musste mit dem zweiten Platz Vorlieb nehmen.[36]

Was war die „leidige Sportplatzfrage“? Viktoria hatte in den Jahren nach der Gründung keinen eigenen Sportplatz und konnte nur durch die Pacht verschiedener Grundstücke von Eigentümern aus Leider ein Spielfeld entwickeln. Das kostete Geld, das an anderer Stelle fehlte und Investitionen in die Zukunft des Sportvereins beeinträchtigte. Das fehlende Eigentum und die vermeintlich fehlende Unterstützung durch die Stadt Aschaffenburg blieb ein ständiges Thema, fast bis zur Gegenwart.[37]

Die Situation der Sportanlagen war auch Thema eines Interviews der Aschaffenburger Zeitung mit Kreissportführer Fritz Kuhn[38] anlässlich der Stadtmeisterschaften 1939. „Kreisführer Kuhn, wird Aschaffenburg eine repräsentable Sportanlage erhalten und woran lag es, dass bis heute in dieser Richtung noch nichts unternommen wurde? Kuhn: Der Mangel an einem repräsentativen Sportfeld und an Sportplätzen überhaupt ist eindeutig und deshalb ist die Frage nicht unberechtigt. Als Referent des Oberbürgermeisters für Leibesübungen kann ich versichern, dass der Lösung dieser Frage mein besonderes Augenmerk gilt. … Mit dem Stadtbad wurde eine lebensnotwendige Anlage geschaffen. Sie soll zugleich der Anfang eines großangelegten Sportfeldes sein, das sich über den gesamten Exerzierplatz erstrecken und ideale Pflegestätte der Leibesübung werden soll. Dieses große Sportfeld wird allen Erfordernissen und Bedürfnissen, sowohl des aktiven Sportlers wie des Zuschauers, gerecht werden.“[39]

Vielleicht erhofften sich die Verantwortlichen der Viktoria durch die Fusion mit dem Reichsbahn Turn- und Sportverein auch einen Zugriff aus deren Sportplatz an der Goldbacher Straße. Dieses Gelände war im Eigentum der Eisenbahn und wurde zu dieser Zeit unentgeltlich dem Sportverein zur Verfügung gestellt.

Fußballspiele der RB Viktoria 1937, 1938 und 1939

Am 22. August 1937 siegte Jahn Regensburg in einem Freundschaftsspiel an der Kleinen Schönbuschallee vor rund 1200 Zuschauern mit 4:1 gegen RB Viktoria.[40]

Am 26. September 1937 berichtete die Aschaffenburger Zeitung über die Bezirksklasse Mainfranken und das Spiel Kickers Würzburg – Rb./Viktoria Aschaffenburg, das 3:1 endete [41]. Von den zehn Mannschaften in der Liga kamen vier vom Untermain: SV Stockstadt, Spvgg Miltenberg, Kickers Aschaffenburg und Rb./Viktoria-Aschaffenburg. Die anderen Mannschaften kamen aus Schweinfurt, Kitzingen und Würzburg. „In der Bezirksklasse Mainfranken gewannen unsere Mannschaften kein Spiel! Rb./Viktoria dem Sieg nahe. Aufgrund der letztsonntäglichen schwachen Spiele der Einheimischen sah man der Begegnung in Würzburg gegen den Vorjahresmeister mit etwas Bangen entgegen. Umso freudiger musste man überrascht sein, die Mannschaft wieder in recht annehmbarer Spiellaune anzutreffen. Wohl sind teilweise noch große Mängel vorhanden, der Ball läuft noch nicht so, wie wir es aus früheren Jahren in Erinnerung haben. Aber gegen die letzten Leistungen ist eine Besserung unverkennbar. Die Elf war im gestrigen Spiel mit Rieseneifer bei der Sache und nur der ungenügenden Schusskraft der Stürmer war es zuzuschreiben, dass die Vereinigten nicht zumindest zu einem Teilerfolg kamen.“  (Bild 7)

Am Sonntag, den 19. Dezember 1937 trug die Mannschaft von Rb. Viktoria Aschaffenburg ein Freundschaftsspiel im Rahmen des Winterhilfswerks gegen die Soldatenelf des 106. Infanterieregiments und des Pionier-Bataillons 15 an der Schönbuschallee aus. „Die Soldatenelf schlug sich prima.“ [42] Zur Halbzeit führte sie mit 3:1. „Ihr flüssiges und produktives Spiel ließ zeitweise die Meinung aufkommen, sie sei die Vereinsmannschaft, die schon Jahre lang zusammenspielt.“ In der letzten halben Stunde hatte sie aber nur noch wenig zu melden. Schließlich setzte sich Rb. Viktoria mit 5:3 durch. „Das interessante Spiel war umrahmt von Musikvorträgen des Korps vom Inf.-Reg. 106.“[43] (Bild 8)

Im Januar 1938 landeten die Aschaffenburger Mannschaften in der Bezirksklasse Mainfranken einen Doppelerfolg[44]. Kickers Aschaffenburg schlug zuhause den Namensvetter aus Würzburg und Tabellenführer mit 3:2. Post SV Würzburg unterlag zuhause mit demselben Ergebnis der Rb. Viktoria. Damit sicherte sich Rb. Viktoria den 4. Platz und Kickers den 7. Platz in der Tabelle. Unangefochtener Tabellenführer blieb Kickers Würzburg. (Bild 9)

Am 9. Oktober 1938 war RB-Viktoria Tabellenführer der Bezirksklasse und besiegte in einem Heimspiel den Tabellenvorletzten von zehn Mannschaften Post Würzburg mit 3:2. Stark ersatzgeschwächt und mit Verletzungspech verhalf der letzte Einsatz der Mannschaft zum glücklichen, aber verdienten Sieg.[45] (Bild 10)

Eine unnötige Niederlage mit 3:2 holte sich RB. Viktoria am 23. Oktober bei Bayern Kitzingen, das damit die Tabellenführung übernahm. „So unnötig wie ein Kropp,“ beschrieb ein Funktionär das Ergebnis.[46]  Bayern Kitzingen war eine halbe Stunde überlegen und führte unter Mithilfe des Aschaffenburger Torwarts mit 3:0. Danach beherrschten die Vereinigten das Spiel, schafften aber nur noch zwei Anschlusstreffer. (Bild 11)

Am 30. Oktober 1938 erlebten über 2.000 Zuschauer einen 6:3 Sieg der Rb. Viktoria beim SV Damm. „In einem wechselvollen, teilweise in mörderischem Tempo geführten Lokalkampf zerstörte gestern Reichsbahn-Viktoria das junge Dämmer Fußballglück. 2000 Zuschauer sahen nach der Pause die Fahne des Neulings immer mehr sinken. Am Schluss war nur noch eine Mannschaft da.“ [47]Aus dem 3:2 Zwischenstand wurde letztlich ein 3:6. Rb. Viktoria behauptete damit den 2. Tabellenplatz mit dem punktgleichen Bayern Kitzingen. Der SV Damm führte mit dem 4. Tabellenplatz das Mittelfeld in der mainfränkischen Bezirksklasse an. (Bild 12)

Das Aschaffenburger Lokalderby am 15. Januar 1939 zwischen Kickers Aschaffenburg und RB-Viktoria auf dem Exerzierplatz am Main endete vor rund 1.500 Zuschauern 2:2. Die Zuschauer waren nach Einschätzung der Aschaffenburg Zeitung nicht zufrieden und erlebten zahme Kickers gegen eine müde RB-Viktoria-Elf.[48]

Wegen der Schwäche im Sturm verliert RB-Viktoria bei den Würzburger Kickers mit 3:1, wobei dieses Spiel am 5. März 1939 keinen Einfluss mehr auf die Meisterschaft in der Bezirksklasse Mainfranken hatte. Schweinfurt wurde mit großem Punktvorsprung Meister.[49]

 

Die Trennung

Rb.  Viktoria Aschaffenburg spielte zwar eine gute Rolle in der Bezirksklasse Mainfranken, aber für einen Meistertitel reichte es weder 1938 noch 1939. Deshalb überwog in der Analyse eher die Skepsis. Größere Erfolge blieben sowohl in der Meisterschaftsrunde als auch in Privatspielen aus, „da das von der Reichsbahn eingebrachte Spielermaterial keine Verstärkung bedeuten konnte.“[50]

Am 15. Juli 1939 titelte die Aschaffenburger Zeitung: „Viktoria wieder selbständig! Wie kam der Zusammenschluss und die Trennung mit der Reichsbahn.“[51] Dazu sollte der JoSo Sport-Mitarbeiter – offenbar ein Insider – Stellung nehmen. Recht blumig beschrieb er die Verdienste der Viktoria, ihre Bedeutung für den Fußball in Unterfranken, wobei die ganzen Verdienste nicht den Abstieg in die Bezirksklasse verhinderten. Der Mitgliederstand verringerte sich allmählich und auch die Vereinsführung zeigte Müdigkeitserscheinungen. In diese Zeit falle der Gedanke einer Vereinigung mit dem Reichsbahn Turn- und Sportverein aus der ehrlichen Bestrebung heraus „etwas Großes“ zu schaffen. Beide Seiten bestätigten dieses Ziel und so kam es im April 1937 zur Fusion. Allerdings seien solche Vereinigungen in den seltensten Fällen von Erfolg gekrönt und schon kleinste Unebenheiten könnten in der Mitgliedschaft zur Entfremdung führen. Träten dann noch Momente hinzu, die einer gedeihlichen Zusammenarbeit zuwiderlaufen, dann sei ein gedeihliches Zusammenwirken unmöglich. Außerdem gäbe es immer Unzufriedene, denen man nichts Recht machen könne. Es musste zwangsläufig so kommen, dass sich wieder zwei Lager bildeten, viele kehrten dem Verein den Rücken und die anfangs kaum vorhandene Kameradschaft verschwand völlig. Aus diesem Dilemma gab es nur einen Ausweg: die Trennung. Dies habe der Gauführer auch bestätigt. Der Sport-Mitarbeiter wünschte beiden Vereinen eine weiterhin nutzbringende Arbeit im Sinne des Fußballs. (Bild 13)

Am 19. Juli 1939, gut einen Monat vor Beginn des 2. Weltkriegs, fällt eine wichtige Entscheidung auf der Generalversammlung der Viktoria: die Trennung der Viktoria vom Reichsbahn Turn- und Sportverein. „Die Loslösungsbestrebungen der alten Viktoria vom Reichsbahn-Turn und Sportverein wurde von alten Viktorianern betrieben… .Die Trennung wurde durch den Gauführer Schneider[52] nach einer Aussprache mit Rektor Hans Martin genehmigt und von den Mitgliedern in der Generalversammlung begeistert aufgenommen.“[53] Bedingung des Gauführers Schneider war, dass „ die alte Viktoria bis zum 1. August 1939 250 Mitglieder nachweisen könne. Innerhalb knapp 5 Tagen waren es schon 330 Mitglieder. Dieser Mitgliederstand wurde sofort beglaubigt nach München gemeldet und alsbald traf die Genehmigung der Trennung ein. Wir Viktorianer haben über diese Tatsache große Freude empfunden.“[54]

Auch die Einschätzung des Reichsbahn Turn- und Sportverein über die Fusion war kritisch: „Obwohl unser Abteilungsleiter Fleckenstein auch der neuen Abteilung vorstand, die 1. Mannschaft der Kreisliga Unterfranken angehörte, brachte die Fusion nicht den sportlichen Aufschwung, der erwartet wurde. Unsere Spieler kamen bei den Mannschaftsaufstellungen nicht so zum Zug, so dass sich diese mit der Zeit verliefen. Seitens einiger unzufriedener Viktoria-Mitglieder wurde wieder die Trennung betrieben, die auch im August 1939 durch den damaligen Gauführer Schneider, ohne dass unser Verein gehört, vollzogen wurde. Dieser Zeitpunkt fällt mit dem Beginn des Krieges zusammen. Die Abteilung stand vor dem Nichts. Viele frühere Mitglieder hatten sich vom aktiven Sport zurückgezogen, andere sich anderen Vereinen angeschlossen, während der Rest bei Viktoria blieb.“[55]

 

Der Krieg und danach

Am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen. „Die obersten Fußballbehörden trafen hinsichtlich des Spielbetriebs vorerst keine Maßnahmen. Da wurden die Vereine selbst findig. Man half sich vorerst selbst, um den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten innerhalb des Spessartkreises mit Staffelspielen.“[56] Die Gegner hießen Kleinwallstadt, Erlenbach, Obernau, Schweinheim, Eisenbach und Leider und Viktoria wurde Staffelsieger.

1941 feierte die Viktoria mit einem Fest und verschiedenen Freundschaftsspielen ihr 40jähriges Bestehen. Im Spieljahr 1941/42 holte Viktoria den Titel eines Bezirksmeisters und schaffte den Aufstieg in die nordbayerische Gauklasse. Gegner waren nun der Club aus Nürnberg, die Spvgg Fürth oder 05 Schweinfurt. Ab 1944 setzte der verstärkte Bombenkrieg dem Spielbetrieb ein Ende.[57] Die Ehrentafel für die im 2. Weltkrieg gefallenen Mitglieder umfasst 42 Namen.[58]

Am 11. Juni 1945, wenige Wochen nach dem Kriegsende am 3. April in Aschaffenburg, wurde das erste Freundschaftsspiel der Viktoria gegen Hassia Dieburg auf dem Sportplatz des TV Aschaffenburg ausgetragen. Der Sportplatz am Schönbusch war nach Bombentreffern unbespielbar, die Tribüne war zerstört. Die Viktoria wurde in die Hessische Landesliga eingeteilt. Saisonbeginn war am 2. Dezember 1945. Die Vorstände des TV 1860 Aschaffenburg und des ESV Rot-Weiß Aschaffenburg hatten ihre Sportplätze der Viktoria zur Verfügung gestellt, bevor am 2. Osterfeiertag (26.4.1946) wieder die Spiele an der Kleinen Schönbuschallee ausgetragen werden konnten.[59]

 

 

 

Literatur:

50 Jahre Sportverein Viktoria, Jubiläumsschrift anlässlich des Goldenen Jubiläums des Sportvereins Viktoria 01 e.V. am 16. und 17. Juni 1951, Aschaffenburg 1951 (SSAA At 126 1951)

100 Jahre S.V. Viktoria 01 e.V. Aschaffenburg, hrsg. Wolfgang Rath, Aschaffenburg 2003

30 Jahre Sportverein „Rot-Weiß“ Aschaffenburg Eisenbahnersportverein 1931 e.V, Jubiläums-Sportwoche 1961, (Archiv Dieter Bischoff)

Havemann Niels, Fußball unterm Hakenkreuz, Aus Politik und Zeitgeschichte, Heft 19/2006

Kalogrias Vaios, Die Nationalsozialistische Bewegung in Aschaffenburg, in: Geschichte der Stadt Aschaffenburg im 19. Und 20. Jahrhundert, Band 2, Aschaffenburg 2024

Körner Peter, Biographisches Handbuch der Juden in Stadt und Altkreis Aschaffenburg, Aschaffenburg 1993

Luh, Andreas. „Eisenbahnersport in Deutschland als Bestandteil betrieblicher Sozialpolitik und Teil der deutschen Sportbewegung von der Weimarer Zeit bis in die Gegenwart.“ Stadion 40.2014, 2 (2015): S. 221-248.

Pfeiffer Lorenz, Wahlig Henry, Jüdische Fußballvereine im Nationalsozialismus, Göttingen 2015

Rath Wolfgang, Verwaltung des Mangels, Aschaffenburg 2005

Schultheis Herbert, Juden in Mainfranken, Bad Neustadt an der Saale 1980

https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Schneider_(NS-Funktion%C3%A4r) (abgerufen am 04.01.2026)

[1] Havemann, S. 5-7,

[2] Pfeiffer, Wahlig, S. 13

[3] „Alle Welt ist begeistert“, Der Spiegel, Heft Nr. 5, 1980, S. 116-129

[4] Körner. S. 31 und S. 38

[5] Schultheis, S. 124

[6] Schultheis, S. 124-128

[7] Körner, S. 44

[8] 50 Jahre Sportverein Viktoria, Jubiläumsschrift anlässlich des Goldenen Jubiläums des Sportvereins Viktoria 01 e.V. am 16. Und 17. Juni 1951, Aschaffenburg 1951 (SSAA At 126 1951); 100 Jahre , S. 9

[9] 50 Jahre, S. 26

[10] 100 Jahre, S. 8

[11] 100 Jahre, S. 11

[12] 50 Jahre, S. 30

[13] 100 Jahre, S. 13

[14] 50 Jahre, S. 37

[15] 100 Jahre, S. 18f.

[16] 100 Jahre, S. 19

[17] 100 Jahre, S. 25

[18] 50 Jahre, S. 48

[19] 100 Jahre, S. 28

[20] Luh, S. 221

[21] 30 Jahre, S. 15

[22] 50 Jahres, S. 50

[23] Dr. Robert Büttner, 23.04.1907-23.01.1969, Rechtsanwalt (Einwohnermeldekarte SSAA). Er spielte eine ambivalente Rolle. B. war Mitglied der NSDAP seit 1933, im NSKK 1934-1938, NSV Rechtsberater 1938-1939 und im NS-Rechtswahrerbund, er habe trotz seiner Tätigkeit als Kriegsgerichtsrat und späterer Oberstabsrichter oftmals im Gegensatz zur nationalsozialistischen Rechtsauffassung gestanden. Die Spruchkammer stufte ihn als „Mitläufer“ ein. (SprK Aschaffenburg Stadt 336, StAW )

[24] Georg Neitzer, 18.01.1892-17.05.1978, Grundschullehrer (?), (Einwohnermeldekarte SSAA). Er war Mitglieder der NSDAP 1937-1945, im NSKK 1933-1945 (Scharführer 1944, Oberscharführer 1945), bei der NS-Volkswohlfahrt, der DAF und im Reichskolonialbund 1933-1943. Die Spruchkammer stufte ihn als Mitläufer ein (SprK Aschaffenburg Stadt 1616, StAW)

[25] Georg Fleckenstein, 21.12.1898-08.12.1974, Kaufmann, (Einwohnermeldekarte SSAA), Mitglied der NSDAP 1933-1944, NSKK Truppführer, NSRL (Nationalsozialistischer Reichsbund für Leibesübungen), DAF, NSV, sowie der Schiedsrichter-Vereinigung Aschaffenburg. Er hatte auch Geschäftsbeziehungen zu nichtarischen Firmen. Die Spruchkammer stufte ihn als „Mitläufer“ ein. (SprK Aschaffenburg Stadt 621, StAW )

[26] 30 Jahre, S. 17

[27] 50 Jahre, S. 50

[28] Aschaffenburger Zeitung vom 26.04.1937

[29] Karl Imgrund, 13.07.1901- (?), Reichsbahnobersekretär, (Einwohnermeldekarte SSAA), laut Mitteilung des StAW besteht die Spruchkammerakte von Karl Imgrund lediglich aus der Aktenmappe ohne Inhalt.

[30] ebenda

[31] ebenda

[32] 50 Jahre, S. 50

[33] AZ vom 16.11.1936S

[34] AZ vom 23.11.1936

[35] AZ vom 14.12.1936

[36] AZ vom 25.01.1937

[37] Wolfgang Rath, S. 229 ff.

[38] Fritz Kuhn, 30.12.1891-30.11.1969, Kaufmann (Einwohnermeldekarte SSAA), war am 31.Oktober 1931 in die NSDAP eingetreten. Seit Juli 1934 war er als Kreisamtsleiter der NS-Handelsorganisation tätig, war Stadtrat, stellvertretender Leiter der „Deutschen Arbeitsfront“ und seit Juni 1935 Wirtschaftsberater bei der Kreisleitung Aschaffenburg-Alzenau. Zudem war er Vertrauensmann für Turnen und Sport des Reichssportführers für Aschaffenburg-Stadt und galt als NS-Aktivist und treuer Anhänger von Adolf Hitler (Kalorias, S. 1002)

[39] AZ vom 16.06.1939

[40] 100 Jahre, S. 29

[41] AZ vom 26.9.1937

[42] AZ vom 20.12.1937

[43] ebenda

[44] AZ vom 17.01.1938

[45] 100 Jahre, S. 29

[46] AZ vom 24.10.1938

[47] AZ vom 31.10.1938

[48] 100 Jahre, S. 30

[49] 100 Jahre, S. 30

[50] 50 Jahre, S. 50

[51] AZ vom 15.07.1939

[52] Wikipedia: Georg Schneider (17.06.1889 – + nach 1945, NS-Funktionär) war der Beauftragte des Reichssportführers in Bayern

[53] 50 Jahre, S. 52

[54] ebenda

[55] 30 Jahre, S. 17

[56] 50 Jahre, S. 52

[57] 50 Jahre, S. 57-58

[58] 50 Jahre, S. 59

[59] 100 Jahre, S. 33

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