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Das Sandtor

Bis ins 20. Jahrhundert hatte Aschaffenburg mehrere Stadttore innerhalb der Stadtmauer. Manche stehen noch, manche nicht. Teilweise erhalten ist noch das Sandtor, denn der untere Teil des Sandkirchen-Turmes war ein Teil des Sandtors.

Das erstmals 1261 erwähnte Sandtor, von dem der Verkehr in Richtung Würzburg zur Stadt heraus- und hereinführte, war zugleich auch ein Wehrturm und wurde auch „Tor zur weißen Lilie“ genannt. Ähnlich wie das Herstalltor bestand es aus einem viereckigen Turm mit Vortor mit zwei runden Türmchen. Das Vortor ragte vor bis zur Alexandrastraße.

1756/57 wurde die Sandkirche erbaut. Dabei wurde der Torturm des Sandtors als Kirchturm ausgebaut. Er ist 47,50 Meter hoch. Das äußere Tor und das alte Wachthaus der Sandpforte wurden 1786 abgebrochen, und eine neue Chaussee wurde angelegt. Durch die Straßenverlegung wurde wieder ein neues Wachthaus gebaut und das alte abgerissen. Um 1800 wurde die Wache und der Torpförtner in den hinteren Teil des Sandtors verlegt. Das Pförtnerhaus wurde 1827 noch einmal renoviert und 1884 abgerissen.

Bei der Erweiterung der Sandtorpassage in den 1890er Jahren entstand eine Lücke auf der Außenseite. Deswegen wurde ein zweiter Torbogen mit darüber liegender Terrasse errichtet. 1914 wurde ein neuer Bogen mit 7,90 Breite und 5,20 Meter Höhe gebaut (siehe Foto).

Im 2. Weltkrieg erlitt das Sandtor große Schäden durch Fliegerangriffe. Die Hausruine über dem Torbogen musste im Oktober 1948 abgerissen werden. Der Sandtorbogen selbst wurde am 28. April 1952 abgerissen. Seitdem ist der Platz, an dem der große Torbogen stand, frei und bildet den Eingang zur Fußgängerzone. Den Durchgang unter dem Sandkirchenturm ist praktisch der letzte Rest des ehemaligen Sandtors.

Quellen:

Monika Ebert: Aschaffenburger Häuserbuch VI, Aschaffenburg 2009, S. 83-91.

Fotos: 1883, 1930er Jahre

Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg, Fotosammlung

Aktuelles Foto:

Matthias Klotz, 12. Mai 2022

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