Präsentation der drei Erinnerungstafeln an die in der Auseinandersetzung von Adel und Klerus mit der Bauernschaft hingerichteten 15 Aufständischen.
Stellvertretend stehen diese für circa 100.000 Menschen aus Bauernschaft, Handwerk und Bürgertum, die ihr Leben für die Werte Freiheit und Gleichheit einsetzten und lassen mussten. Zuvor war es den Aschaffenburger Beteiligten gelungen, die Obrigkeit zur Zustimmung zu den 12 aufgestellten Forderungen nach persönlicher Freiheit und der Reduzierung von Lasten und Willkür zu zwingen. Was jedoch nach der blutigen Niederlage der Revolutionäre keine direkte Wirkung mehr zeigte. Nichts desto trotz legten die Aufständischen mit den „12 Artikeln von Memmingen“ einen bedeutenden Grundstein für unsere heutige freiheitliche Grundordnung und Demokratie.
In einer Feierstunde gewürdigt
In einer kleinen Feierstunde wurden am 23.09.2026 nun drei Tafeln am Stiftsbrunnen feierlich der Öffentlichkeit übergeben. Eben an dem Ort, wo die Rebellen zu Tode gebracht worden waren.

Der ehemalige Stadtrat Johannes Büttner skizzierte in seinem Vortrag die Ereignisse dieser Zeit; begrüßt und gewürdigt von Herrn Oberbürgermeister Markus Schlemmer und dem Leiter des Stadt-und Stiftsarchivs Herr Dr. Joachim Kemper. Frau Ulrike Ader, Leiterin der Steinmetzschule in Aschaffenburg, berichtete über die praktische Entstehung und die Anbringung der Tafeln.
Johannes Büttner als Initiator
Johannes Büttner, der zusammen mit Carsten Pollnick im Buch „Fryheit 1525“ der Bedeutung Aschaffenburgs und der Region nachgegangen ist, ist der Initiator zur Errichtung der Erinnerungstafeln. Gemeinsam mit der Steinmetzschule Aschaffenburg, dem Stadt-und Stiftsarchiv und mit Unterstützung der Oberbürgermeister Jürgen Herzing und Markus Schlemmer wurde ein stimmiges Konzept erstellt.
Die Steinmetzmeisterschüler Johann Steinnus und Steffen Raberg fertigten Entwürfe zu Schrift und Relief. Christian Rivas, Dozent an der Steinmetzschule Aschaffenburg, setzte diese um.
Unser Bild zeigt von links nach rechts: 
Christian Rivas, Dr. Joachim Kemper, Johannes Büttner, Ulrike Ader und Oberbürgermeister Markus Schlemmer
Musikalische Untermalung
Die Feierstunde wurde ergänzt durch Musikeinlagen von Mitgliedern der ehemaligen Musikgruppe „Mollebusch“. Darunter das Lied „Wir sind des Geyers schwarzer Haufen“, das zur Zeit des Bauernkrieges 1525 entstanden ist und von dem noch einige Strophen im Originaltext erhalten geblieben sind. Den musikalischen Abschluss bildete das Instrumentalstück „Lehmstampfer“, das zwar eine Neukomposition ist, jedoch die arbeitende Bevölkerung früherer Zeiten würdigt.

Weiterführende Literatur
Das Buch „Fryheit“, Autoren Johannes Büttner und Carsten Pollnick, sowie Fachliteratur zum Thema Bauernkrieg 1525 kann in der Landeskundlichen Sammlung des Stadt-und Stiftsarchivs ausgeliehen werden.
Alle Fotos: Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg