{"id":7204,"date":"2023-07-26T13:17:01","date_gmt":"2023-07-26T11:17:01","guid":{"rendered":"https:\/\/heimathub.de\/?p=7204"},"modified":"2023-10-18T10:16:44","modified_gmt":"2023-10-18T08:16:44","slug":"weltkrieg-1-denkmal-aschaffenburg-leider-dreisbusch-josef-1885-1914","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/heimathub.de\/weltkrieg-1-denkmal-aschaffenburg-leider-dreisbusch-josef-1885-1914\/","title":{"rendered":"Weltkrieg-1-Denkmal Aschaffenburg-Leider  Dreisbusch Josef (1885\u20131914)"},"content":{"rendered":"<p>Josef Dreisbusch \u2013 in zahlreichen Dokumenten findet man auch noch die Namensschreibweise \u201eJoseph\u201c \u2013 wurde am 13. Juli 1885 in Leider, Amt Aschaffenburg, als zweites von f\u00fcnf Kindern des Landwirtes Adolf Dreisbusch und seiner Frau Anna, geb. Fischer, geboren. Josef erlebte seine Kindheit und Jugendzeit im elterlichen Anwesen Leider, Hausnr. 59, das nach der 1937 erfolgten Neunummerierung bis zu seinem Abriss unter der Adresse Ruhlandstra\u00dfe 25<a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> in den amtlichen Unterlagen verzeichnet war.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-7197\" src=\"https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Abb.1_-Elternhaus-von-Josef-Dreisbusch-Leider-Hs.-Nr.-59-800x600.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Abb.1_-Elternhaus-von-Josef-Dreisbusch-Leider-Hs.-Nr.-59-800x600.jpg 800w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Abb.1_-Elternhaus-von-Josef-Dreisbusch-Leider-Hs.-Nr.-59-768x576.jpg 768w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Abb.1_-Elternhaus-von-Josef-Dreisbusch-Leider-Hs.-Nr.-59-600x450.jpg 600w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Abb.1_-Elternhaus-von-Josef-Dreisbusch-Leider-Hs.-Nr.-59.jpg 938w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p><em>Abb. 1: Elternhaus von Josef Dreisbusch, Leider, Hs. Nr. 59 \u2013 Quelle: Leben in Leider. Portrait eines Stadtteils I. Fotodokumentation. A. a. O., S. 129 d, Mitte oben.<\/em><\/p>\n<p>Nachdem zwei Geschwister schon im Kindesalter gestorben waren, wurde Josef, der einzige lebende m\u00e4nnliche Nachkomme, nach Abschluss seiner Volksschulzeit als Landwirt ausgebildet. Am 21.10.1905 trat er im Rahmen der allgemeinen Dienstpflicht seinen Wehrdienst in der 1. Kompanie des 2. bayerischen J\u00e4ger-Bataillons in Aschaffenburg in der W\u00fcrzburger Stra\u00dfe an.<a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> Am 24.9.1907 beendete er als \u201eJ\u00e4ger der Reserve\u201c die 2-j\u00e4hrige allgemeine Dienstpflichtzeit.<\/p>\n<p>Am 27. Mai 1909 heiratete Josef die Tochter Agnes der Eheleute Susanna, geb. Lippert, und Heinrich Wenzel. Das Ehepaar nahm Wohnung im Elternhaus der Braut in Leider, Hausnr. 27.<a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> Nacheinander wurden hier die drei T\u00f6chter Anna (1910), Elisabeth (1911) und Rosa (1913) geboren. Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges am 1. August 1914 fand das junge Familiengl\u00fcck ein rasches Ende.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-7237\" src=\"https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-2_Eintrag-im-Heiratsregister-Aschaffenburg-\u2013-Unterschriften-der-Eheleute-der-Trauzeugen-und-des-Standesbeamten-800x547.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"547\" srcset=\"https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-2_Eintrag-im-Heiratsregister-Aschaffenburg-\u2013-Unterschriften-der-Eheleute-der-Trauzeugen-und-des-Standesbeamten-800x547.jpg 800w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-2_Eintrag-im-Heiratsregister-Aschaffenburg-\u2013-Unterschriften-der-Eheleute-der-Trauzeugen-und-des-Standesbeamten-768x525.jpg 768w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-2_Eintrag-im-Heiratsregister-Aschaffenburg-\u2013-Unterschriften-der-Eheleute-der-Trauzeugen-und-des-Standesbeamten-600x410.jpg 600w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-2_Eintrag-im-Heiratsregister-Aschaffenburg-\u2013-Unterschriften-der-Eheleute-der-Trauzeugen-und-des-Standesbeamten.jpg 928w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p><em>Abb. 2: Eintrag im Heiratsregister Aschaffenburg \u2013 Unterschriften der Eheleute, der Trauzeugen und des Standesbeamten \u2013 Quelle: Trauregister, Aschaffenburg, Stadt- und Stiftsarchiv (SSAA).<\/em><\/p>\n<p>Am 3. August 1914 musste Josef im Rahmen der allgemeinen Mobilmachung zur Ersatzabteilung des 2. bayerischen J\u00e4ger-Bataillons einr\u00fccken. W\u00e4hrend das 1. Kontingent des Bataillons bereits am 4. August 1914 an die Front nach Lothringen abr\u00fcckte, war Josef noch eine \u201eSchonzeit\u201c von einem Monat verg\u00f6nnt, die er in der Aschaffenburger J\u00e4gerkaserne bzw. bei seiner Familie verbrachte. Am 1. September 1914 trat Josef Dreisbusch mit dem ersten Ersatzkontingent die Verlegung an die Westfront mittels Bahntransport an.<a href=\"#_edn4\" name=\"_ednref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>Als J\u00e4ger in der 1. Kompanie des 2. bayerischen J\u00e4ger-Bataillons erlebte er schon am Tag seiner Ankunft (3.9.1914) im Rahmen der Schlacht vor Nancy\u2013Epinal (22.8.\u201314.9.14) die Schrecken des Krieges: <em>\u201eDie erste Nachricht von der Fahrt bei kurzem Aufenthalt in Kaiserslautern. Es folgten Tage und Wochen in gro\u00dfer Sorge und Unruhe. Es kam dann die erste Nachricht vom Feindesland. Das Zusammentreffen des Truppenteils bei heftigem Granatfeuer. Vier seiner Kameraden starben gleich bei der Ankunft den Heldentod.\u201c<\/em><a href=\"#_edn5\" name=\"_ednref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a> Die tats\u00e4chlichen Verluste des 2. bayerischen J\u00e4ger-Bataillons waren viel h\u00f6her, als Josef Dreisbusch seiner Frau mitgeteilt hatte. Insgesamt verzeichnete alleine sein Bataillon als eine der kleinsten Armeeeinheiten in der Schlacht von Nancy\u2013Epinal in ihren Verlustlisten 14 Tote und 61 leicht und schwer Verwundete.<a href=\"#_edn6\" name=\"_ednref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Strategisch stellte bereits diese Schlacht im zeitlichen \u00dcbergang vom ersten in den zweiten Kriegsmonat eine entscheidende Wende in den Planungen der deutschen Heeresleitung dar. Wo eigentlich an diesem s\u00fcd\u00f6stlichen Fl\u00fcgel der Westfront die franz\u00f6sischen Verb\u00e4nde ins Landesinnere zur\u00fcckgedr\u00e4ngt werden sollten, mussten die deutschen Angreifer bis Mitte September 1914 nach ihren anf\u00e4nglichen Erfolgen wieder auf ihre Ausgangspositionen von Mitte August zur\u00fcckweichen. Der Vormarsch der Deutschen war gestoppt, ein Hauptziel des sogenannten Schlieffen-Plans von 1905 war nicht erreicht.<\/p>\n<p>Was aber waren die Grund\u00fcberlegungen dieses bis 1914 zum Teil den aktuellen politischen und milit\u00e4rischen Verh\u00e4ltnissen angepassten Planes?<a href=\"#_edn7\" name=\"_ednref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a> Stark vereinfacht dargestellt sollten 5 deutsche Armeen um den Drehpunkt Metz von Osten bzw. Nordosten her mit der Ausgangsstellung an den westlichen deutschen Reichsgrenzen durch das neutrale Belgien hindurch in einem zuerst westlich, dann \u00fcber S\u00fcdwest nach S\u00fcden ausgerichteten Umfassungsversuch die franz\u00f6sischen Armeen gegen die am S\u00fcdostabschnitt stehende 6. und 7. deutsche Armee dr\u00e4ngen. Nachdem der Zangenschluss von s\u00fcd\u00f6stlicher Richtung aus auf die franz\u00f6sischen Armeen nach der Schlacht von Nancy\u2013Epinal gescheitert war, der deutsche Westfl\u00fcgel aber bis 5. September \u00fcber die Marne in s\u00fcdlicher Richtung vorgesto\u00dfen war, mobilisierten Franzosen und Engl\u00e4nder unter ihren Gener\u00e4len Joffre und French alle verf\u00fcgbaren Truppen f\u00fcr eine Gegenoffensive. Am 6. September 1914 begann mit der Marne-Schlacht an diesem Frontabschnitt der R\u00fcckzug der f\u00fcnf deutschen Armeen, der das endg\u00fcltige Aus des Schlieffen-Planes bedeutete.<a href=\"#_edn8\" name=\"_ednref8\"><sup>[8]<\/sup><\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-7198\" src=\"https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Karte-1_-Die-deutschen-Armeen-an-der-Westfront-1914.jpg\" alt=\"\" width=\"735\" height=\"911\" srcset=\"https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Karte-1_-Die-deutschen-Armeen-an-der-Westfront-1914.jpg 735w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Karte-1_-Die-deutschen-Armeen-an-der-Westfront-1914-620x768.jpg 620w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Karte-1_-Die-deutschen-Armeen-an-der-Westfront-1914-465x576.jpg 465w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Karte-1_-Die-deutschen-Armeen-an-der-Westfront-1914-600x744.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 735px) 100vw, 735px\" \/><\/p>\n<p><em>Karte 1: Die deutschen Armeen an der Westfront 1914 unter F\u00fchrung von: 1 Generaloberst v. Kluck \u2013 2 Generaloberst v. B\u00fclow \u2013 3 Generaloberst v. Hausen \u2013 4 Herzog v. W\u00fcrttemberg \u2013 5 Deutscher Kronprinz &#8211; 6 Kronprinz von Bayern \u2013 7 Generaloberst v. Heeringen \u2013 nach: Baer, C. H.: Der V\u00f6lkerkrieg. Bd. 1. S. 233.<\/em><\/p>\n<p>Auch f\u00fcr das 2. bayerische J\u00e4ger-Bataillon bedeuteten die K\u00e4mpfe an der Marne neue gewaltige Strapazen: Ein ca. 200 km langer zweit\u00e4giger Bahntransport von Metz nach Naninne und f\u00fcnf sich anschlie\u00dfende Tages-Eilm\u00e4rsche in einer Gesamtl\u00e4nge von ca. 170 km f\u00fchrten die Soldaten nach Sorel le Grande. Dort sollte das Bataillon im Verbund der 6. Armee das franz\u00f6sisch-englische Ziel der Umklammerung des deutschen Westfl\u00fcgels verhindern helfen. Einen kleinen Eindruck, welchen k\u00f6rperlichen Belastungen die Soldaten auf solchen Truppenverlegungen ausgesetzt waren, noch bevor sie in das Kampfgeschehen eingriffen, zeigt die Schilderung des Gefreiten Hans Martin aus der 2. Kompanie des 2. bayerischen J\u00e4ger-Bataillons: <em>\u201e26. September 1914.<\/em><a href=\"#_edn9\" name=\"_ednref9\"><sup>[9] <\/sup><\/a>\u00a0<em>Vier Gewaltm\u00e4rsche liegen hinter uns. Das Letzte wurde aus uns herausgeholt. Fast wollte es nicht mehr gehen. Von den vor uns marschierenden F\u00fcnfern und Neunern lesen wir immer mehr auf, die \u02bdabgemacht\u00b4 haben. Nun kommt ein Tag, der nochmals h\u00f6chste Anstrengung bringt, ein Kriegsmarsch, der nicht enden will. Ganz zerschlagen kommen wir abends in Sorel le grand an. Es gibt Strohlager in einem Saal. <\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-7199\" src=\"https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Karte-2_Marne-Schlacht-\u2013-September-1914-800x624.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"624\" srcset=\"https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Karte-2_Marne-Schlacht-\u2013-September-1914-800x624.jpg 800w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Karte-2_Marne-Schlacht-\u2013-September-1914-768x599.jpg 768w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Karte-2_Marne-Schlacht-\u2013-September-1914-738x576.jpg 738w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Karte-2_Marne-Schlacht-\u2013-September-1914-600x468.jpg 600w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Karte-2_Marne-Schlacht-\u2013-September-1914.jpg 969w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p><em>Karte 2: Marne-Schlacht \u2013 September 1914 \u2013 Quelle: Fendrich, A.: Von der Marne-Schlacht bis zum Fall Antwerpens. S. 17.<\/em><\/p>\n<p><em>Noch nicht einmal Zeit zum Essenfassen nehmen wir uns. Wie die toten Fliegen fallen wir aufs Stroh. Hier erfahre ich zum ersten Male die Wahrheit des Satzes, da\u00df man vor \u00dcberm\u00fcdung nicht schlafen kann, am eigenen K\u00f6rper. Dar\u00fcber hatte ich bisher immer gelacht, weil ich\u00b4s nicht glauben konnte. In dieser Nacht tu ich kein Auge zu. Das ist ein Rumoren und W\u00fchlen in den Gliedern, als s\u00e4\u00dfen tausend Teufelchen darin. Ich w\u00e4lze mich hin und her, von einer Seite auf die andere, der Schlaf will nicht kommen und bei den Kameraden merke ich das gleiche\u201c.<\/em><a href=\"#_edn10\" name=\"_ednref10\">[10]<\/a><\/p>\n<p>Am folgenden Tag erlitten die J\u00e4ger im Gefecht von Le Transloy starke Verluste: 15 Tote hatte das Bataillon nach den K\u00e4mpfen um diesen kleinen Ort zu beklagen.<a href=\"#_edn11\" name=\"_ednref11\"><sup>[11]<\/sup><\/a> Die Verfolgung der zur\u00fcckweichenden gegnerischen Verb\u00e4nde f\u00fchrte vom 27. bis 29.9. rund um den Ort Mametz zu schweren Gefechten, bei denen auf beiden Seiten die Artillerie-Einheiten das Geschehen bestimmten. Der Oberleutnant der Reserve im 2. bayerischen J\u00e4ger-Bataillon, Karl Hock, notierte an diesen Tagen in sein Kriegstagebuch: <em>\u201eKaum sind jedoch die feindlichen Infanterielinien hinter der H\u00f6he verschwunden, so setzt ein starkes Artilleriefeuer auf Mametz ein. Zuerst schlagen die Granaten hinter der Stra\u00dfe ein. Dann geht ein Volltreffer mitten in die Stra\u00dfe, wo mein Halbzug am Stra\u00dfenrande liegt. Die Wirkung ist schlimm. Ein Toter und scheu\u00dfliche Verwundungen. Ein Mann, der zur\u00fcckgebracht wird, stiert mit leeren Augenh\u00f6hlen einen f\u00f6rmlich an. Auch ein Teil der Schl\u00e4fe ist weggerissen. Einem andern hat ein Granatsplitter die Gurgel aufgeschlitzt, einem dritten den Reihen durchschlagen, ein vierter hat einen schweren Bauchschu\u00df. [\u2026] Das Artilleriefeuer wird immer heftiger. Schwere Granaten schlagen \u00fcberall ein. W\u00e4hrend ich, nach der Unterst\u00fctzung suchend, die Stra\u00dfe entlang eile, fallen einige der leicht gebauten Hausw\u00e4nde (Lehmfachwerk) um wie Theaterdekorationen. J\u00e4ger vom Zuge Kohl schleppen Verwundete zur\u00fcck, \u00fcber und \u00fcber mit Kalkstaub von einst\u00fcrzenden H\u00e4usern bedeckt. Da entschlie\u00dft sich Hauptmann Kroen, seine Kompagnie hinter die Kirche zur\u00fcckzunehmen, um sie nicht nutzlos ohne Deckung und ohne einen Infanteriegegner dem immer f\u00fcrchterlicher werdenden Artilleriefeuer zu opfern. Die Kirche ist zwar auch schon zerschossen, ihre starken Mauern scheinen aber doch noch einigen Schutz zu bieten. Wir dr\u00e4ngen uns in die Ecken und Nischen zwischen den Strebepfeilern. Doch es dauert nicht lange, so finden die Granaten auch hierher den Weg. Die ersten treffen den Stumpf des Turmes, dessen oberer Teil schon l\u00e4ngst der Beschie\u00dfung zum Opfer gefallen war und die n\u00e4chsten schlagen in den Hof hinter der Kirche ein, in dem wir uns befinden. Der Luftdruck ist so stark, da\u00df er einem den Atem nimmt. Turmhohe Rauch- und Schutts\u00e4ulen steigen zum Himmel, Tod und Verderben speiend. Eine schauerliche Szene l\u00f6st die andere ab. Ein Verwundeter, kl\u00e4glich jammernd, wird von vier Kameraden in der Zeltbahn weggetragen. Ein Volltreffer l\u00f6scht sie von der Bildfl\u00e4che weg. Ein anderer liegt im Garten des Pfarrhauses und ruft immer wieder mit herzzerrei\u00dfender Stimme: \u201eO, lieber guter Herr Hauptmann, helfen Sie mir doch!\u201c Wir finden sp\u00e4ter einen f\u00fcrchterlich zugerichteten Leichnam. Als die n\u00e4chsten schweren Granaten die Mauer der Kirche, hinter welcher der Rest der Kompagnie sich zu bergen sucht, ins Wanken bringt und die m\u00e4chtigen Quadern auf und neben uns niederst\u00fcrzen, gibt es kein Halten mehr. Was noch lebt, eilt aufgel\u00f6st von diesem Schreckensorte weg. Auf der Stra\u00dfe sind tiefe Trichter nebeneinander aufgerissen. An einer Stra\u00dfenecke liegen drei J\u00e4ger um einen Trichter auf dem Bauche mit scheu\u00dflichen R\u00fccken- und Kopfverletzungen. W\u00e4hrend ich um die Ecke eile, sinkt das Haus, in dem wir vergangene Nacht unser Abendmahl eingenommen haben, wie ein Kartenhaus in sich zusammen.\u201c<a href=\"#_edn12\" name=\"_ednref12\"><strong>[12]<\/strong><\/a><\/em><br \/>\nIm Tagebucheintrag von Karl Hock klingt bereits an, was die folgenden Monate und Jahre zu grausamer Wirklichkeit werden lassen: Dieser gerade erst begonnene Weltkrieg wird alle bisher dagewesenen kriegerischen Auseinandersetzungen an Opferzahlen \u00fcbertreffen. Die Industrien der hauptbeteiligten Staaten waren 1914 bereits auf einem solchen Fertigungsstand, dass immer mehr neue Waffen und Waffensysteme in immer gr\u00f6\u00dferen St\u00fcckzahlen zum Einsatz kommen konnten. Gewaltige Materialschlachten sollten den Fortgang des Krieges pr\u00e4gen. Insbesondere die Artillerie gewann mit ihren schweren und weittragenden Gesch\u00fctzen st\u00e4ndig an Bedeutung. Ihre zerst\u00f6rerische Wirkung zeigte sich sichtbar im Gel\u00e4nde, an den beschossenen Geb\u00e4uden und vor allem bei den steigenden Opferzahlen unter den Soldaten. Gerade die J\u00e4ger-Einheiten, eingesetzt als sogenannte Aufkl\u00e4rer vor den Infanterieeinheiten, litten unter den t\u00f6dlichen Granaten der Artillerie. Das zeigte sich f\u00fcr das 2. bayerische J\u00e4ger-Bataillon jetzt in diesen letzten Septembertagen besonders grauenvoll: 38 Tote, 98 Verwundete und 52 Vermisste (<em>\u201e\u00fcberwiegend tot\u201c<\/em>) bilanzierte der sp\u00e4tere Bataillonskommandeur Robert Deffner in seinem Kriegstagebuch f\u00fcr den 27. bis 30. September 1914.<a href=\"#_edn13\" name=\"_ednref13\"><sup>[13]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Beinahe f\u00fcr die n\u00e4chsten vier Oktoberwochen verblieb das Bataillon in der Region um Mametz\u2013Combles. Alleine schon diesem Umstand ist zu entnehmen, dass der Bewegungskrieg an diesem Abschnitt der Front schrittweise in einen Stellungskrieg \u00fcberging. R. Deffner notierte \u00fcber diese Zeit: <em>\u201eImmer mehr pr\u00e4gte sich der Charakter des Stellungskrieges aus: Allt\u00e4gliches Infanterie- dazu Artilleriefeuer von wechselnder St\u00e4rke; falsche Alarme; Patrouillenunternehmungen; Ausbau der f\u00fcr das Bataillon wegen Frontal-, Flanken- und R\u00fcckenfeuer besonders ung\u00fcnstigen Stellung.\u201c<\/em><a href=\"#_edn14\" name=\"_ednref14\"><sup>[14]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Die Tatsache, dass die Angriffsversuche des jeweiligen Gegners im mittleren (Alliierte) und s\u00fcdlichen Abschnitt (Deutsche) im Stellungskampf verharrten, f\u00f6rderte die \u00dcberlegungen in beiden Heeresleitungen, nunmehr im ca. 160 km breiten Streifen von der Aisne bis zur Nordsee die Entscheidung zu suchen. So begannen bereits Ende September bei den alliierten wie den deutschen Truppen die massiven Truppenverschiebungen aus dem mittleren und dem s\u00fcdlichen Frontabschnitt in Richtung Nordsee. Der \u201eWettlauf zum Meer\u201c hatte begonnen, mit der gleichen Zielsetzung bei beiden Lagern: Entlang der K\u00fcste und dem sich anschlie\u00dfenden Hinterland den Gegner entscheidend hinter die bestehenden Frontlinien zur\u00fcckzudr\u00e4ngen. F\u00fcr die Alliierten h\u00e4tte das bedeutet: Die Deutschen verlieren die flandrischen H\u00e4fen als U-Boot-St\u00fctzpunkte und es besteht die M\u00f6glichkeit der Umfassung des deutschen Nordfl\u00fcgels. Gleichzeitig wird die Sicherheit f\u00fcr die Hafenst\u00e4dte D\u00fcnkirchen, Calais und Boulogne-sur-Mer als Nachschub-Basen f\u00fcr die englischen Verb\u00e4nde gew\u00e4hrleistet.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-7238\" src=\"https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-3_Deutsche-Soldaten-beim-Ausheben-eines-Schuetzengrabens-800x399.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"399\" srcset=\"https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-3_Deutsche-Soldaten-beim-Ausheben-eines-Schuetzengrabens-800x399.jpg 800w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-3_Deutsche-Soldaten-beim-Ausheben-eines-Schuetzengrabens-768x383.jpg 768w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-3_Deutsche-Soldaten-beim-Ausheben-eines-Schuetzengrabens-600x299.jpg 600w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-3_Deutsche-Soldaten-beim-Ausheben-eines-Schuetzengrabens.jpg 1018w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p><em>Abb. 3: Deutsche Soldaten beim Ausheben eines Sch\u00fctzengrabens \u2013 Quelle: Aspern, K.: Illustrierte Geschichte des europ\u00e4ischen Krieges. Bd. 1. S. 425a.<\/em><\/p>\n<p>F\u00fcr die deutschen Truppen ihrerseits bot sich, so die \u00dcberlegungen der Obersten Heeresleitung (OHL) unter Erich von Falkenhayn, damit die Gelegenheit, mit der Einnahme dieser zuletzt genannten franz\u00f6sischen Hafenst\u00e4dte die Engl\u00e4nder von ihren Nachschubwegen abzuriegeln und gleichzeitig die im Schlieffen-Plan vorgesehene Umfassung der alliierten Streitkr\u00e4fte im Nordabschnitt doch noch durchzusetzen. Die Dringlichkeit und Bedeutsamkeit dieser Vorhaben \u00e4u\u00dferten sich in der Verlegung von 50 Divisionen alliierter Soldaten und 30 Divisionen und 12 neu gebildeter Reserve-Divisionen auf deutscher Seite in Richtung Nordsee. Zwischen dem 20.10. und dem 18.11.1914 stie\u00dfen die alliierten und deutschen Verb\u00e4nde an der K\u00fcste Flanderns im Gro\u00dfraum Ypern<a href=\"#_edn15\" name=\"_ednref15\"><sup>[15]<\/sup><\/a> in der 1. Flandernschlacht aufeinander. Keiner der beiden Kriegsparteien gelang es trotz enormen Einsatzes an Menschen und Material, die oben dargestellten Ziele zu erreichen. Auch hier ging im Laufe des ausklingenden Jahres 1914 der Bewegungskrieg \u00fcber in einen zerm\u00fcrbenden Stellungskrieg, der gerade an der Nordflanke der Westfront noch drei weitere verheerende Flandernschlachten mit sich bringen sollte.<\/p>\n<p>Mit eingebunden in den \u201eWettlauf zum Meer\u201c und in die 1. Flandernschlacht war auch das 2. bayerische J\u00e4ger-Bataillon und damit auch Josef Dreisbusch, der bisher sowohl die Schlacht vor Nancy\u2013Epinal als auch die verlustreichen K\u00e4mpfe im Bereich von Le Transloy und Mametz unbeschadet \u00fcberstanden hatte. Zwischen dem 27.10. und dem 29.10. bestimmten M\u00e4rsche und Bahntransporte die Verlegung der \u201e2er J\u00e4ger\u201c von Bazentin (Frankreich) in die Region s\u00fcd\u00f6stlich von Ypern (Belgien). Hier begann jetzt auch f\u00fcr die Soldaten des 2. bayerischen J\u00e4ger-Bataillons die 1. Flandernschlacht im Verbund der neu gegr\u00fcndeten \u201eGruppe Fabeck\u201c.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-7200\" src=\"https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Karte-3_Region-Ypern-\u2013-Operationsgebiet-des-2.-bayerischen-Jaeger-Bataillons--800x934.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"934\" srcset=\"https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Karte-3_Region-Ypern-\u2013-Operationsgebiet-des-2.-bayerischen-Jaeger-Bataillons--800x934.jpg 800w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Karte-3_Region-Ypern-\u2013-Operationsgebiet-des-2.-bayerischen-Jaeger-Bataillons--877x1024.jpg 877w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Karte-3_Region-Ypern-\u2013-Operationsgebiet-des-2.-bayerischen-Jaeger-Bataillons--768x896.jpg 768w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Karte-3_Region-Ypern-\u2013-Operationsgebiet-des-2.-bayerischen-Jaeger-Bataillons--658x768.jpg 658w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Karte-3_Region-Ypern-\u2013-Operationsgebiet-des-2.-bayerischen-Jaeger-Bataillons--494x576.jpg 494w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Karte-3_Region-Ypern-\u2013-Operationsgebiet-des-2.-bayerischen-Jaeger-Bataillons--600x700.jpg 600w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Karte-3_Region-Ypern-\u2013-Operationsgebiet-des-2.-bayerischen-Jaeger-Bataillons-.jpg 892w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p><em>Karte 3: Region Ypern \u2013 Operationsgebiet des 2. bayerischen J\u00e4ger-Bataillons \u2013 Quelle: Schwink, O.: a. a. O., Skizze 3 \u2013 Ausschnitt, bearb. d. Verf.<\/em><\/p>\n<p>\u00dcber die n\u00e4chsten Kampftage berichtete R. Deffner<a href=\"#_edn18\" name=\"_ednref18\"><sup>[18]<\/sup><\/a>, der ab 4.11.1914 die F\u00fchrung des 2. bayerischen J\u00e4ger-Bataillons \u00fcbernehmen musste, in seinen Tagebuchaufzeichnungen. Deren wichtigste Aussagen werden hier verk\u00fcrzt und zum Teil mit Erg\u00e4nzungen durch den Autor oder aus anderen Werken wiedergegeben. Deffners Berichten wird zum Vergleich jeweils die f\u00fcr diesen Tag von der Obersten Heeresleitung ver\u00f6ffentlichte Meldung<a href=\"#_edn19\" name=\"_ednref19\"><sup>[19]<\/sup><\/a> beigef\u00fcgt. Diese wurde von den deutschen Zeitungen dann als Schlagzeilen auf den Titelseiten \u00fcbernommen und pr\u00e4gten so entscheidend das Meinungsbild \u00fcber den Fortgang des Krieges in der Zivilbev\u00f6lkerung.<br \/>\n<strong>30.10.1914<\/strong>\u00a0 Die \u201e2er J\u00e4ger\u201c erreichten noch in der Nacht vom 29. und 30. Oktober 1914 ihr Einsatzgebiet. Die feindlichen Truppen hielten ihre verst\u00e4rkten Stellungen auf der Linie Zandvoorde\u2013Hollebeke in einer Entfernung von ca. 1,5 km gegen\u00fcber den deutschen Kampfverb\u00e4nden. <em>\u201eMit dem Morgengrauen des 30.10. beginnt die erste Flandernschlacht\u201c<\/em> vermerkte R. Deffner. Am Ende der Kampfhandlungen dieses Tages stand die Einnahme von Zandvoorde und Schloss Hollebeke. Deffner r\u00e4umte ein, dass dieser Erfolg teuer erkauft worden sei: <em>\u201eDas Bataillon hatte 6 Tote, 16 Verwundete, 4 Vermi\u00dfte zu beklagen.<\/em>\u201c<a href=\"#_edn20\" name=\"_ednref20\"><sup>[20]\u00a0<\/sup><\/a> &#8211;\u00a0 Meldung aus dem Wolff\u00b4schen Telegraphen Bureau zum 30.10.:<strong><em>\u201eEine franz\u00f6sische Stellung an der Aisne erst\u00fcrmt.<\/em><\/strong><em>Gro\u00dfes Hauptquartier, 31. Oktober, vormittags. <\/em><em>Unsere Armee in Belgien nahmen gestern Ramscapelle und Bixschote.<\/em><em>Der Angriff auf Ypern schreitet gleichfalls fort. Zandvoorde, Schlo\u00df Hollebeke und Wambeke wurden gest\u00fcrmt. Auch weiter s\u00fcdlich gewannen wir Boden.\u201c<\/em><a href=\"#_edn21\" name=\"_ednref21\"><sup>[21]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Der H\u00f6henr\u00fccken, der sich von Voormezeele in s\u00fcdlicher Richtung \u00fcber Wytschaete bis nach Messines erstreckt, bildete f\u00fcr Franzosen und Engl\u00e4nder eine hervorragende M\u00f6glichkeit, von der linken Flanke her die deutschen Truppen &#8211; insbesondere mit Artillerie &#8211; zu bek\u00e4mpfen. Als French erkannte, dass die Gruppe Fabeck diesen strategischen Vorteil mit Angriffen auf Messines und Wytschaete zunichtemachen wollte, verst\u00e4rkte er noch am 30. Oktober mit indischen und franz\u00f6sischen Truppen seine im Raum Hollebeke stehende 7. Division.<\/p>\n<p><strong>31.10.1914<\/strong> R\u00fcckzug aus der vordersten Kampflinie in den Raum s\u00fcdwestlich Zandvoorde; abends Verlagerung in s\u00fcdliche Richtung Yser-Kanal (Calvaire\u2013Houthem), <em>\u201ewo selbst in englischen, notd\u00fcrftig verbesserten, von englischen Leichen befreiten Gr\u00e4ben gen\u00e4chtigt wurde.\u201c<\/em><a href=\"#_edn22\" name=\"_ednref22\"><sup>[22]<\/sup><\/a> &#8211; Meldung aus dem Wolff\u00b4schen Telegraphen Bureau zum 31.10.:<strong><em>\u201eDeutsches Vordringen bei Ypern. <\/em><\/strong><em>Gro\u00dfes Hauptquartier, 1. November, vormittags. <\/em><em>In Belgien werden die Operationen durch \u00dcberschwemmungen erschwert, die am Yser-Ypern-Kanal durch Zerst\u00f6rung der Schleusen bei Nieuport herbeigef\u00fchrt sind. [&#8230;] Bei Ypern sind unsere Truppen weiter vorgedrungen; es wurden mindestens 600 Gefangene gemacht und einige Gesch\u00fctze der Engl\u00e4nder erbeutet [\u2026]\u201c<\/em><a href=\"#_edn23\" name=\"_ednref23\"><sup>[23]<\/sup><\/a><\/p>\n<p><strong>1.11.1914<\/strong> Den rechten Fl\u00fcgel des 9. bayer. Infanterie-Regiments deckend schob sich das 2. bayerische J\u00e4ger-Bataillon langsam 500 m in Richtung des Waldst\u00fcckes s\u00fcdwestlich von Klein-Zillebeke. &#8211; Meldung aus dem Wolff\u00b4schen Telegraphen Bureau zum 1.11.:<strong><em>\u201eFortschritte der K\u00e4mpfe bei Ypern \u2026<\/em><\/strong><em>Gro\u00dfes Hauptquartier, 1. November, vormittags. <\/em><em>Im Angriff auf Ypern wurde weiteres Gel\u00e4nde gewonnen. Messines ist in unseren H\u00e4nden.<\/em><a href=\"#_edn24\" name=\"_ednref24\"><sup>[24]<\/sup><\/a><\/p>\n<p><strong>2.\/3.11.1914<\/strong> An diesen beiden Kampftagen konnte kaum Raumgewinn erzielt werden, wieder gab es innerhalb des Bataillons Tote und Verwundete, der Krieg forderte vor Ypern immer mehr Opfer, ohne wesentliche Ver\u00e4nderungen im Frontverlauf zu bewirken. &#8211; Meldung aus dem Wolff\u00b4schen Telegraphen Bureau zum 2.11.:<strong><em>\u201eDeutsche Erfolge in Flandern und an der Aisne. &#8211; 2300 Engl\u00e4nder und 1000 Franzosen gefangen.<\/em><\/strong><em>Gro\u00dfes Hauptquartier, 3. November, vormittags. <\/em><em>Die \u00dcberschwemmungen s\u00fcdlich Nieuport schlie\u00dfen jede Operation in dieser Gegend aus. Die L\u00e4ndereien sind f\u00fcr lange Zeit vernichtet, das Wasser steht zum Teil mannshoch. Unsere Truppen sind aus dem \u00fcberschwemmten Gebiet ohne jeden Verlust an Mann, Pferd, Gesch\u00fctzen und Fahrzeugen herausgegangen.<\/em><em> Unsere Angriffe auf Ypern schreiten vorw\u00e4rts. \u00dcber 2300 Mann, meistens Engl\u00e4nder, wurden zu Gefangenen gemacht und mehrere Maschinengewehre erbeutet.<\/em><a href=\"#_edn25\" name=\"_ednref25\"><sup>[25]<\/sup><\/a><\/p>\n<ul>\n<li>Beumelburg fasste diese drei Kampftage so zusammen:<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>\u201eMehrmals wechselten in diesen Tagen vor allem in Wytschaete die Besatzer. Das Ringen war furchtbar. [\u2026] Schrittweise ging es in den Ort hinein. Um jedes Haus wurde gerungen. W\u00e4hrend ein paar H\u00e4user weiter die Infanterie und die Pioniere sich mit dem Gegner herumschlugen, schoben die Artilleristen ihre Gesch\u00fctze in das Dorf und feuerten aus n\u00e4chster Entfernung in die H\u00e4user. Bald war der Marktplatz erreicht. Nachts lief die Stellung von Norden nach S\u00fcden mitten durch das Dorf hindurch. Keinen Augenblick ruhte in der Dunkelheit der Kampf. Am Nachmittag des 1. November drangen die Bayern zum zweiten Male in Wytschaete ein. Abermals warf ein furchtbarer feindlicher Gegensto\u00df sie zur\u00fcck. Die Engl\u00e4nder schoben zwei neue Divisionen ein. In Messines dauerten den ganzen Tag \u00fcber die Nahk\u00e4mpfe an. Um 7 Uhr morgens, am 2. November, entspann sich ein Artillerieduell von damals noch nicht dagewesener Wildheit um Wytschaete. Die 6. bayerische Reserve-Division trat zum Sturm an. Noch \u00f6stlich des Ortes traf sie ein Gegensto\u00df. Mit den zur\u00fcckflutenden Engl\u00e4ndern drangen die Bayern in das Dorf ein. Abermals trafen sie auf neue feindliche Truppen. Ein H\u00e4userkampf von f\u00fcrchterlicher Erbitterung begann. Zum dritten Male f\u00fchrte der Engl\u00e4nder neue Kr\u00e4fte heran. Inzwischen griffen bei den Bayern Teile der neu herangekommenen 3. Infanterie-Division ein. Das Grenadier-Regiment Graf Gneisenau warf sich mit Bajonett und Kolben in den Ort. Um 5 Uhr war das Ringen entschieden. Lichterloh brannte das Dorf. Auf der ganzen Front tobten Einzelk\u00e4mpfe weiter\u201c<\/em>.<a href=\"#_edn26\" name=\"_ednref26\"><sup>[26]<\/sup><\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-7201\" src=\"https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Karte-4_Kampfgebiet-des-2.-bayerischen-Jaeger-Bataillons-um-Wytschaete\u2013St.-Eloi-Anfang-November-1914.jpg\" alt=\"\" width=\"549\" height=\"521\" \/><\/p>\n<p><em>Karte 4: Kampfgebiet des 2. bayerischen J\u00e4ger-Bataillons um Wytschaete\u2013St. Eloi Anfang November 1914 \u2013 Quelle: Schwink, O.; a. a. O., Skizze 3 \u2013 Ausschnitt, bearb. d. Verf.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>4.11.1914<\/strong> Das 2. bayerische J\u00e4ger-Bataillon stand an diesem Tag im Park westlich von Oosttaverne, um im Verbund mit dem linken Fl\u00fcgel der 3. b. Inf. Div. gegen die n\u00f6rdlich von Wytschaete verschanz\u00adten britischen Einheiten vorzugehen. Das zwischen den Linien liegende flache, deckungslose Gel\u00e4nde erm\u00f6glichte vor allem der westlich von St. Eloi stehenden feindlichen Artillerie jeglichen Angriffsversuch der deutschen Truppen schon im Ansatz zu unterbinden<em>. <\/em><em>\u201eSo schlug, als gegen 11<sup>15<\/sup> vorm. die vorderste Linie die sch\u00fctzenden Gr\u00e4ben verlie\u00df, ein verheerendes, durch die eigene Artillerie nur wenig ged\u00e4mpftes Feuer in die Reihen der J\u00e4ger. [\u2026] Ein Halbzug der 3. Komp. wird samt Zugf\u00fchrer (Lt. Wohlsecker) gleichsam niedergem\u00e4ht; der Kompanief\u00fchrer Oberlt. d. R. Hock wird verwundet. Lt. Weigand und Offz. Stellv. Ranzinger<a href=\"#_edn27\" name=\"_ednref27\"><strong>[27]<\/strong><\/a> fallen ebenfalls beim ersten Vorgehen. Unter schweren Verlusten wird der \u00f6stliche Graben der Stra\u00dfe Messines\u2013Ypern erreicht. Alle Versuche des linken Fl\u00fcgels des Bataillons (3. Komp.), die Stra\u00dfe zu \u00fcberschreiten, brachen im Feuer zusammen\u201c.<a href=\"#_edn28\" name=\"_ednref28\"><sup><strong>[28]<\/strong><\/sup><\/a><\/em> Der an der Stra\u00dfe von Wytschaete nach St. Eloi liegende B2-Wald spielte an diesem und den n\u00e4chsten Tagen ebenso eine bedeutende und schicksalhafte Rolle wie der nur wenige hundert Meter weiter n\u00f6rdlich gelegene Bayernwald.<a href=\"#_edn29\" name=\"_ednref29\"><sup>[29]<\/sup><\/a> Dem rechten Fl\u00fcgel des Bataillons (Teile der 1., 3. und 4. Kompanie) und einem Drittel der MG-Kompanie gelang es gegen 2\u00b0 nachmittags an den n\u00f6rdlichen Rand des B2-Waldes vorzudringen. Oberleutnant Urlichs<a href=\"#_edn30\" name=\"_ednref30\"><sup>[30]<\/sup><\/a> wurde dabei t\u00f6dlich verwundet, Oberleutnant d. Res. Spengler<a href=\"#_edn31\" name=\"_ednref31\"><sup>[31]<\/sup><\/a> schwer. Eigenes Artilleriefeuer erzwang nur wenig sp\u00e4ter wieder den R\u00fcckzug. Als der Beschuss durch die eigene Artillerie nachlie\u00df, gelang <em>\u201edem auf 40 J\u00e4ger geschmolzenen H\u00e4uflein die Wiederbesetzung des Norddrittels des Waldes. [\u2026] So sah die hereinbrechende Nacht das Norddrittel des Waldes im Besitze der J\u00e4ger (der einzige Erfolg auf der ganzen Linie!), gegen\u00fcber der Mitte des Waldes im \u00f6stlichen Stra\u00dfengraben lag eine schwache Gruppe der 3. Komp., dahinter das Plateau, bedeckt von einem aus sechs Truppenteilen bestehenden Gemenge lebender und toter Sch\u00fctzen zusammengeballt. [\u2026] Das Bataillon hatte 10 Offiziere, 202 Oberj\u00e4ger und J\u00e4ger (bei einer Gefechtsst\u00e4rke von 16 Offizieren und 786 Oberj\u00e4ger und J\u00e4ger) verloren\u201c<\/em>.<a href=\"#_edn32\" name=\"_ednref32\"><sup>[32]<\/sup><\/a> &#8211; Meldung aus dem Wolff\u00b4schen Telegraphen Bureau zum 4.11.:<em>[\u2026] \u201eGro\u00dfes Hauptquartier, 5. November, vormittags. <\/em><em>[\u2026] Bei Ypern und s\u00fcdwestlich Lille [\u2026] schritten unsere Angriffe vorw\u00e4rts.\u201c<a href=\"#_edn33\" name=\"_ednref33\"><sup><strong>[33]<\/strong><\/sup><\/a><\/em> Josef Dreisbusch schrieb in seiner letzten Feldpostkarte an seine Frau Agnes mit Datum vom 4.11.1914: <em>\u201eNoch gesund, haben schwere Arbeit vor, \u00e4ngstige dich nicht allzu sehr, der liebe Gott ist \u00fcber mir\u201c. <\/em>Schwere Arbeit, damit meinte er heftige K\u00e4mpfe. Diese Bezeichnung tauchte auch immer wieder in amtlichen Verlautbarungen auf, verharmloste aber das wirkliche Geschehen an den Fronten ganz betr\u00e4chtlich.<br \/>\n<strong>5.11.1914<\/strong> An diesem Tag beklagte das Bataillon einen Verlust von 8 J\u00e4gern, alleine um die Stellung im B2-Wald zu halten. &#8211; Meldung aus dem Wolff\u00b4schen Telegraphen Bureau zum 5.11.:<strong><em>\u201eFortschritte in Flandern und Frankreich.<\/em><\/strong><em>\u201eGro\u00dfes Hauptquartier, 6. November, vormittags. <\/em><em>Unsere Offensive nordwestlich und s\u00fcdwestlich Ypern macht gute Fortschritte. [\u2026]<\/em><a href=\"#_edn34\" name=\"_ednref34\"><sup>[34]<\/sup><\/a><br \/>\n<strong>6.11.1914<\/strong> Ziel des Tages: Nach dem Biwak \u00f6stlich von Oosttaverne sollte die Kapellerie, ein Gel\u00e4ndestreifen westlich der Stra\u00dfe Wytschaete\u2013St. Eloi und dem 300 m weiter nordwestlich gelegene Bayernwald, angegriffen werden. W\u00e4hrend des Tages verschob sich das 2. bayerische J\u00e4ger-Bataillon vom Westrand von Oosttaverne Richtung Wytschaete. Nachtbiwak war dann jedoch wieder im \u00f6stlichen Teil von Oosttaverne. &#8211; Meldung aus dem Wolff\u00b4schen Telegraphen Bureau zum 6.11.:<strong><em>\u201eFortschreiten des Angriffs bei Ypern.<\/em><\/strong><em>Gro\u00dfes Hauptquartier, 7. November, vormittags. <\/em><em>Unsere Angriffe in Richtung Ypern machten auch gestern, besonders s\u00fcdwestlich Yperns, Fortschritte. \u00dcber 1000 Franzosen wurden zu Gefangenen gemacht und 3 Maschinengewehre erbeutet.\u201c<\/em><a href=\"#_edn35\" name=\"_ednref35\"><sup>[35]<\/sup><\/a><br \/>\nDie folgenden Tage waren gekennzeichnet von dem blutigen Ringen um Gel\u00e4ndestreifen und Waldst\u00fccke, die oft nur wenige hundert Meter auseinanderlagen. Ortsnamen wie Oosttaverne, Hollebeke, St. Eloi, Wytschaete oder Gel\u00e4ndebezeichnungen wie B2-Wald, Bayernwald oder Kapellerie beherrschten die Gefechtspl\u00e4ne damals, stehen heute seitenweise in den Verlustlisten des 1. Weltkrieges oder sind auf Kriegerdenkm\u00e4lern oder Grabsteinen der dort Gefallenen zu lesen. Josef Dreisbusch war eines der vielen Opfer dieser Tage. Sein Bataillonschef R. Deffner fasste die Ereignisse vom 7.11. und 8.11. wie folgt zusammen:<br \/>\n<strong>7.11.1914 <\/strong><em>\u201eW\u00e4hrend des Vormittags stand das Bataillon im Nordeck des Parks von Oosttaverne als Reserve der 7. I.Brig, deren linker Fl\u00fcgel (5. b.I.R.) in schwerem Ringen um die Kapellerie und des Gel\u00e4ndes s\u00fcdlich davon bis zum Nordrand des B2-Waldes an den Gegner bis auf 7 \u2013 800 m herangekommen ist. Um den stockenden Angriff neu zu beleben, schiebt das Bataillon um 3\u00b0 nachm. in die Linie des 5. b.I.R. mit 1. u. 2. Komp., eine Stunde sp\u00e4ter mit den \u00fcbrigen Kompagnien ein.<\/em>\u201c<a href=\"#_edn36\" name=\"_ednref36\"><sup>[36]<\/sup><\/a> &#8211; Meldung aus dem Wolff\u00b4schen Telegraphen Bureau zum 7.11.:<em>\u201e[\u2026] Gro\u00dfes Hauptquartier, 8. November, vormittags. <\/em><em>Unsere Angriffe bei Ypern und westlich Lille wurden gestern fortgesetzt.\u201c<a href=\"#_edn37\" name=\"_ednref37\"><sup><strong>[37]<\/strong><\/sup><\/a><\/em><br \/>\n<strong>8.11.1914<\/strong> \u201e<em>In z\u00e4hem, verlustreichen auch am 8.11. dauernden Ringen gelingt es, den Angriff bis auf 100 m an den Gegner heranzutragen. Die 2. Komp. nimmt am linken Fl\u00fcgel ein Geh\u00f6fte, macht 12 Gefangene. Ungen\u00fcgende Artillerieunterst\u00fctzung, v\u00f6llig vermischte Verb\u00e4nde, ersch\u00f6pfte Truppen lassen den Angriff allm\u00e4hlich erlahmen trotz des heldenhaften pers\u00f6nlichen Einsatzes der wenigen F\u00fchrer, die beinahe alle fallen oder verwundet werden. [\u2026] Wiederum hatte das Bataillon den Verlust<\/em><em>von 6 Offizieren, 190 Oberj\u00e4gern und J\u00e4gern zu beklagen.\u201c<\/em><a href=\"#_edn38\" name=\"_ednref38\"><sup>[38]<\/sup><\/a> &#8211; Meldung aus dem Wolff\u00b4schen Telegraphen Bureau zum 8.11.:<em>\u201e[\u2026] Gro\u00dfes Hauptquartier, 9. November, vormittags. <\/em><em>[\u2026] Trotz hartn\u00e4ckigsten Widerstandes schritten unsere Angriffe bei Ypern langsam, aber stetig vorw\u00e4rts; feindliche Gegenangriffe s\u00fcdwestlich Ypern wurden abgewiesen und mehrere hundert Mann zu Gefangenen gemacht.\u201c<\/em><a href=\"#_edn39\" name=\"_ednref39\"><sup>[39]<\/sup><\/a> Noch in der Nacht zog sich das 2. bayerische J\u00e4ger-Bataillon an den Nordrand des Parks von Oosttaverne zur\u00fcck \u2013 ohne den Leiderer J\u00e4ger Josef Dreisbusch. Was war geschehen? Eine erste gesicherte Auskunft gibt die Kriegsstammrolle Nr. 11621 Bd. 1 von 1914\u20131918 mit dem Eintrag Nr. 301 f\u00fcr Josef Dreisbusch.<a href=\"#_edn40\" name=\"_ednref40\"><sup>[40]<\/sup><\/a> Der handschriftliche Zusatzeintrag im unteren Teil der Stammrolle nennt folgende Fakten: <em>\u201eVerwundung am 8.11.1914 bei Oosttaverne (Belgien) r. u. l. B. (G. G.)<a href=\"#_edn41\" name=\"_ednref41\"><sup><strong>[41]<\/strong><\/sup><\/a><\/em>,<em> gestorben 13.11.14 Vorm. 1\u00b0\u00b0 Uhr<\/em><a href=\"#_edn42\" name=\"_ednref42\"><sup>[42]<\/sup><\/a><em>, infolge Gasphlegmone<\/em><a href=\"#_edn43\" name=\"_ednref43\"><sup>[43]<\/sup><\/a><em> im Milit\u00e4rlazarett Lyc\u00e9e Fen\u00e9lon Lille, Mittlg. der Ers. Abtlg vom 16.2.15 Nr. 1634.\u201c<a href=\"#_edn44\" name=\"_ednref44\"><sup><strong>[44]<\/strong><\/sup><\/a><\/em>\u00a0 Dieser Eintrag wurde erst am 17.2.1915 durch<em> \u201eSt. Maurice, Lille\u201c<\/em> erstellt und durch Oberleutnant Karl Hock beglaubigt. Was aus dieser Quelle nicht hervorgeht, sind Informationen, die Agnes Dreisbusch 1920 in ihren Kriegserinnerungen<a href=\"#_edn45\" name=\"_ednref45\"><sup>[45]<\/sup><\/a> festgehalten hat. <em>\u201e17 volle Stunden lag er hilflos auf dem Schlachtfelde, dem feindlichen Feuer ausgesetzt. Mein lb. Mann wurde von Sanit\u00e4tern gefunden und kam ins Lazarett. [\u2026] Samstag, 21. November <\/em><em>Eine Karte brachte mir das N\u00e4here. Im Kriegslazarett zu Lille hatte mein lieber Mann nach schwerer Verwundung sein Leben <\/em>ausgehaucht<em> und im S\u00fcdfriedhof von Lille seine letzte Ruhest\u00e4tte gefunden.\u201c<\/em><sup> <a href=\"#_edn46\" name=\"_ednref46\">[46]<\/a><\/sup><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-7239\" src=\"https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-4_Kriegsranglisten-und-stammrollen-des-Koenigreichs-Bayern-fuer-Josef-Dreisbusch-800x547.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"547\" srcset=\"https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-4_Kriegsranglisten-und-stammrollen-des-Koenigreichs-Bayern-fuer-Josef-Dreisbusch-800x547.jpg 800w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-4_Kriegsranglisten-und-stammrollen-des-Koenigreichs-Bayern-fuer-Josef-Dreisbusch-768x525.jpg 768w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-4_Kriegsranglisten-und-stammrollen-des-Koenigreichs-Bayern-fuer-Josef-Dreisbusch-600x410.jpg 600w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-4_Kriegsranglisten-und-stammrollen-des-Koenigreichs-Bayern-fuer-Josef-Dreisbusch.jpg 1019w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p><em>Abb. 4: Kriegsranglisten und -stammrollen des K\u00f6nigreichs Bayern f\u00fcr Josef Dreisbusch \u2013 Quelle: Bayerisches Hauptstaatsarchiv; M\u00fcnchen; Abteilung IV Kriegsarchiv. Kriegsstammrollen, 1914-1918; Band: 11621. Kriegsstammrolle: Bd.1 \u2013 URL: https:\/\/www.ancestry.de \u2013 Stand: 24.8.2018.<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-7240\" src=\"https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-5_Agnes-Dreisbusch-Auszuege-aus-ihren-Kriegserinnerungen.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"518\" srcset=\"https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-5_Agnes-Dreisbusch-Auszuege-aus-ihren-Kriegserinnerungen.jpg 800w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-5_Agnes-Dreisbusch-Auszuege-aus-ihren-Kriegserinnerungen-768x497.jpg 768w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-5_Agnes-Dreisbusch-Auszuege-aus-ihren-Kriegserinnerungen-600x389.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p><em>Abb. 5: Agnes Dreisbusch: Ausz\u00fcge aus ihren Kriegserinnerungen \u2013 Quelle: Dreisbusch, A.: Kriegserinnerungen. \u2013 Komplette Wiedergabe einschlie\u00dflich Transkription bei P. Grasmann: HERBST1914ZEITLOSE. 2021.<\/em><\/p>\n<p>Die Aussage von Agnes Dreisbusch stellt auch eine m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung daf\u00fcr dar, dass ihr Mann Josef gleich zweimal in den amtlichen Verlustlisten auftauchte \u2013 was \u00fcbrigens keine Seltenheit war.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-7241\" src=\"https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-6_Deutsche-Verlustlisten-278.Ausg_.-vom-17.12.1914-mit-Bayer.-Verlustliste-Nr.-122-Auszug.jpg\" alt=\"\" width=\"681\" height=\"375\" srcset=\"https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-6_Deutsche-Verlustlisten-278.Ausg_.-vom-17.12.1914-mit-Bayer.-Verlustliste-Nr.-122-Auszug.jpg 681w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-6_Deutsche-Verlustlisten-278.Ausg_.-vom-17.12.1914-mit-Bayer.-Verlustliste-Nr.-122-Auszug-600x330.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 681px) 100vw, 681px\" \/><\/p>\n<p><em>Abb. 6: Deutsche Verlustlisten 278.Ausg. vom 17.12.1914 mit Bayer. Verlustliste Nr. 122 (Auszug) \u2013 URL: http:\/\/des.genealogy.net\/search\/show\/1054632 \u2013 abgerufen am 24.5.2017.<\/em><\/p>\n<p>Der erste Eintrag<a href=\"#_edn47\" name=\"_ednref47\">[47]<\/a> verzeichnete Josef Dreisbusch als <em>\u201eschwer verwundet\u201c<\/em>. Eine Berichtigung zur Bayerischen Verlustliste Nr. 122 erfolgte am 21. Juli 1915 und f\u00fchrt ihn als <em>\u201egestorben 13.11.14\u201c<\/em> auf.<a href=\"#_edn48\" name=\"_ednref48\">[48]<\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-7243\" src=\"https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-7_Berichtigung-zur-Bayer.-Verlustliste-Nr.-122-Auszug.jpg\" alt=\"\" width=\"755\" height=\"83\" srcset=\"https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-7_Berichtigung-zur-Bayer.-Verlustliste-Nr.-122-Auszug.jpg 755w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-7_Berichtigung-zur-Bayer.-Verlustliste-Nr.-122-Auszug-600x66.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 755px) 100vw, 755px\" \/><\/p>\n<p><em>Abb. 7: Berichtigung zur Bayer. Verlustliste Nr. 122 (Auszug) \u2013 URL: http:\/\/des.genealogy.net\/search\/show\/2534167 \u2013 abgerufen am 24.5.2017.<\/em><\/p>\n<p>Die Geschehnisse um Josef Dreisbusch lassen sich nach der Aktenlage, den Erinnerungen seiner Frau Agnes und den beim deutschen Heer \u00fcblichen Vorgehensweisen im Nachhinein so rekonstruieren:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-7202\" src=\"https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Karte-5_Frontsituation-am-8.11.1914-im-Gebiet-Oosttaverne\u2013Wytschaete\u2013St.-Eloi-800x522.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"522\" srcset=\"https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Karte-5_Frontsituation-am-8.11.1914-im-Gebiet-Oosttaverne\u2013Wytschaete\u2013St.-Eloi-800x522.jpg 800w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Karte-5_Frontsituation-am-8.11.1914-im-Gebiet-Oosttaverne\u2013Wytschaete\u2013St.-Eloi-768x501.jpg 768w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Karte-5_Frontsituation-am-8.11.1914-im-Gebiet-Oosttaverne\u2013Wytschaete\u2013St.-Eloi-600x391.jpg 600w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Karte-5_Frontsituation-am-8.11.1914-im-Gebiet-Oosttaverne\u2013Wytschaete\u2013St.-Eloi.jpg 989w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p><em>Karte 5: Frontsituation am 8.11.1914 im Gebiet Oosttaverne\u2013Wytschaete\u2013St. Eloi \u2013 Quelle: URL: https:\/\/www.memoiredeshommes.sga.defense.gouv.fr\/ \u2013 abgerufen am 16.04.2020 \u2013II<sup>e<\/sup> C.B. = 2. Bayer. Armeekorps; Anm. d. Verf.<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-7244\" src=\"https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-8_Sterbebild-Josef-Dreisbusch-\u2013-Quelle_Archiv-P.-Grasmann.jpg\" alt=\"\" width=\"398\" height=\"697\" srcset=\"https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-8_Sterbebild-Josef-Dreisbusch-\u2013-Quelle_Archiv-P.-Grasmann.jpg 398w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-8_Sterbebild-Josef-Dreisbusch-\u2013-Quelle_Archiv-P.-Grasmann-329x576.jpg 329w\" sizes=\"auto, (max-width: 398px) 100vw, 398px\" \/><\/p>\n<p><em>Abb. 8: Sterbebild Josef Dreisbusch \u2013 Quelle: Archiv P. Grasmann.<\/em><\/p>\n<p>Am 8.11.1914 war das 2. bayerische J\u00e4ger-Bataillon im Dreieck zwischen den flandrischen Orten Oosttaverne\u2013Wytschaete\u2013St. Eloi in heftige Infanterie-Gefechte mit gleichzeitigem feindlichen Artilleriebeschuss verwickelt. Eine franz\u00f6sische Milit\u00e4rkarte<a href=\"#_edn49\" name=\"_ednref49\"><sup>[49]<\/sup><\/a> vom Abend des 8.11. macht deutlich: Dem II. bayerischen Korps standen in diesem Gebiet drei franz\u00f6sische Divisionen direkt gegen\u00fcber. Dabei handelte es sich um die 31. Infanterie-Division (Detachement Vidal), die 43. Infanterie-Division (Detachement Oll\u00e9ris) und die 11. Infanterie-Division.Wann Josef im Laufe des 8. November an beiden Beinen durch eine franz\u00f6sische(?) Gewehrgranate getroffen wurde, ist nicht belegt. Wohl wegen der intensiven Gefechtst\u00e4tigkeit konnte er erst 17 Stunden sp\u00e4ter von Sanit\u00e4tern geborgen werden. Verwundete aus diesem Frontabschnitt erhielten im \u201eSterkte Cabinet\u201c, einer als Bataillonsgefechtsstand und Verbandsplatz<a href=\"#_edn50\" name=\"_ednref50\"><sup>[50]<\/sup><\/a> genutzten ehemaligen Pension, erste medizinische Versorgung. Von hier aus wurde Dreisbusch in das deutsche Lazarett Lyc\u00e9e F\u00e9nelon in Lille gebracht. Die in seiner Kriegsstammrolle festgestellte Gasphlegmone war zwischenzeitlich so weit fortgeschritten, dass ein Fu\u00df amputiert werden musste. Das l\u00e4sst sich herleiten aus einem Bleistift-Eintrag in der Spalte 15 der erw\u00e4hnten Kriegsstammrolle Nr. 11621: <em>\u201eFu\u00df abges.\u201c.<\/em> Dies war zu diesem Zeitpunkt und unter den gegebenen Umst\u00e4nden die g\u00e4ngige Methode, evtl. das Leben eines Verwundeten zu retten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-7245\" src=\"https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-9_Grab-von-Josef-Dreisbusch-auf-dem-Soldatenfriedhof-Lille-Sued.jpg\" alt=\"\" width=\"652\" height=\"601\" srcset=\"https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-9_Grab-von-Josef-Dreisbusch-auf-dem-Soldatenfriedhof-Lille-Sued.jpg 652w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-9_Grab-von-Josef-Dreisbusch-auf-dem-Soldatenfriedhof-Lille-Sued-625x576.jpg 625w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-9_Grab-von-Josef-Dreisbusch-auf-dem-Soldatenfriedhof-Lille-Sued-600x553.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 652px) 100vw, 652px\" \/><\/p>\n<p><em>Abb. 9: Grab von Josef Dreisbusch auf dem Soldatenfriedhof Lille-S\u00fcd \u2013 Foto: Volksbund Dt. Kriegsgr\u00e4berf\u00fcrsorge e. V.<\/em><\/p>\n<p>Zeitgen\u00f6ssische Informationen \u00fcber \u201eGasphlegmone\u201c bzw. \u201eGasbrand\u201c, ihre Bedeutung und Behandlung im 1. Weltkrieg lieferte der Berliner Arzt Dr. W. Hoffmann: <em>\u201eDie in dem Weltkrieg am meisten gef\u00fcrchtete Wundinfektionskrankheit, die anfangs zahlreiche Opfer forderte, war der Gasbrand, der auf allen Kriegsschaupl\u00e4tzen beob. wurde, jedoch am h\u00e4ufigsten an der Westfront, auf dem ital. Kriegsschauplatz und in den Karpathen auftrat. Nach erfolgter Infektion durch Hineingelangen von Erde, Staub, beschmutzter Uniformst\u00fccker usw., zeigten sich die ersten Krankheitsmerkmale (Fieber, allgemeiner Verfall, Schwellung der Wundumgebung, gelblich bis bl\u00e4uliche Verf\u00e4rbung der Haut in der N\u00e4he der Wunde, gashaltige, d\u00fcnnfl\u00fcssige, h\u00e4ufig \u00fcbelriechende Absonderung) schon nach wenigen Stunden. Insbesondere die durch Granaten und Minen\u00adsprengst\u00fccke verursachten gro\u00dfen und tieferen Quetsch- und Ri\u00dfwunden der Extremit\u00e4ten mit ihren starken Muskelw\u00fclsten, pr\u00e4disponierten leicht zu dieser ana\u00ebroben Infektion. Der Chirurg konnte und durfte nicht warten, bis die bakteriologische Untersu\u00adchung seinen Verdacht best\u00e4tigt hatte; er mu\u00dfte fr\u00fchzeitig die Wunde durch tiefe Einschnitte erweitern, das kranke Gewebe entfernen, und mit desinfizierender Fl\u00fcssigkeit dauernd sp\u00fclen oder erforderlichenfalls amputieren.\u201c<\/em><a href=\"#_edn51\" name=\"_ednref51\"><sup>[51]<\/sup><\/a> Josef Dreisbusch verstarb am 13.11.1914 um 1 Uhr nachts im Lazarett Lille und wurde auf dem Soldatenfriedhof in Lille beigesetzt. Zusammen mit ca. 2900 deutschen und mehr als 500 alliierten Gefallenen<a href=\"#_edn52\" name=\"_ednref52\"><sup>[52]<\/sup><\/a> fand Josef Dreisbusch seine letzte Ruhest\u00e4tte im Soldatenfriedhof Lille-S\u00fcd in der Grabst\u00e4tte 5\/ 489 490. Mit ihm im gleichen Grab beigesetzt wurde der Infanterist Richard Lang, Angeh\u00f6riger der 5. Kompanie des 22. bayer. Infanterie-Regiments mit Sitz in Zweibr\u00fccken. Wie Josef Dreisbusch starb auch er am 13.11.1914, jedoch im Kriegslazarett XIV in Lille, an den Folgen seiner Verwundung.<a href=\"#_edn53\" name=\"_ednref53\"><sup>[53]<\/sup><\/a> Am 25.11.1914 lie\u00df Agnes Dreisbusch in der \u201eAschaffenburger Zeitung\u201c eine Todesanzeige f\u00fcr ihren Gatten ver\u00f6ffentlichen.<a href=\"#_edn54\" name=\"_ednref54\">[54]<\/a> Warum in der Todesanzeige als Tag der Verwundung von Josef Dreisbusch der 10. November angef\u00fchrt wurde, kann heute nicht mehr gekl\u00e4rt werden. Die Eintr\u00e4ge in die Kriegsstammrolle und in die Verlustlisten nennen eindeutig den 8. November 1914 als Tag der Verwundung. In ihren Erinnerungen notierte seine Witwe zum ersten Trauergottesdienst f\u00fcr Josef Dreisbusch am 2. Dezember 1914 <a href=\"#_edn55\" name=\"_ednref55\"><sup>[55]<\/sup><\/a>: <em>\u201eDer erste Trauergottesdienst. S\u00e4mtliche Vereine erschienen mit Fahnen und Musik um ihrem ersten gefallenen Kameraden die letzte Ehre zu geben. Alles dieses war ganz einerlei, die tiefe Herzenswunde blutete von neuem, denn f\u00fcr mich war das Lebensgl\u00fcck dahin. D\u00fcstere Schwermut umgab mein Gem\u00fct und \u00f6fter und \u00f6fter flehte ich zum Himmel um einen baldigen Tod. Doch der Glaube tr\u00f6stet, wo die Liebe weint.\u201c <\/em><a href=\"#_edn56\" name=\"_ednref56\"><sup>[56]<\/sup><\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-7246\" src=\"https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-10-Todesanzeige-fuer-Josef-Dreisbusch-800x576.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"576\" srcset=\"https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-10-Todesanzeige-fuer-Josef-Dreisbusch-800x576.jpg 800w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-10-Todesanzeige-fuer-Josef-Dreisbusch-768x553.jpg 768w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-10-Todesanzeige-fuer-Josef-Dreisbusch-600x432.jpg 600w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-10-Todesanzeige-fuer-Josef-Dreisbusch.jpg 870w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p><em>Abb. 10: Todesanzeige f\u00fcr Josef Dreisbusch \u2013 Quelle: Aschaffenburger Zeitung, Ausg. 25.11.1914, Zeitungsarchiv, SSAA.<\/em><\/p>\n<p>Josef Dreisbusch war eines der zahlreichen Opfer des 2. bayerischen J\u00e4ger-Bataillons in der vierw\u00f6chigen 1. Schlacht um Ypern. Insgesamt verzeichneten die \u201e2er J\u00e4ger\u201c aus Aschaffenburg in diesen Wochen den Verlust von 11 Offizieren\/Unteroffizieren und 236 Mannschaftsdienstgraden (Obergefreite, Gefreite, Oberj\u00e4ger u. J\u00e4ger)<a href=\"#_edn57\" name=\"_ednref57\"><sup>[57]<\/sup><\/a>. Bei Deffner liegen die Verlustzahlen f\u00fcr das Bataillon noch einmal deutlich h\u00f6her. Er vermerkte f\u00fcr den Zeitraum vom 1. bis 16.11: <em>\u201e[\u2026] 16 Tage blutiger Kampfarbeit, die 19 Offiziere und 426 Oberj\u00e4ger und J\u00e4ger gefordert hatten [\u2026].\u201c <\/em><a href=\"#_edn58\" name=\"_ednref58\"><sup>[58]<\/sup><\/a> Deffner hat, das lassen seine Tagesberichte erkennen, bei der von ihm genannten Summe die Anzahl der Vermissten und Verwundeten mit eingerechnet. Bedenkt man, dass die Gefechtsst\u00e4rke des 2. bayerischen J\u00e4ger-Bataillons laut Deffner zu Beginn der Flandernschlacht bei 802 <a href=\"#_edn59\" name=\"_ednref59\"><sup>[59]<\/sup><\/a>Soldaten lag, hatte die Einheit in diesen vier Wochen mehr als die H\u00e4lfte ihrer Soldaten verloren, darunter beinahe das komplette Offizierskorps. Eine Betrachtung der Verlustzahlen der hauptbeteiligten Streitkr\u00e4fte an der 1. Flandernschlacht steigert die Dramatik dieses Ereignisses noch einmal um ein Vielfaches: Vor dem Hintergrund, dass<\/p>\n<ul>\n<li>die urspr\u00fcnglichen Kriegsziele von keiner Seite erreicht wurden,<\/li>\n<li>keine Kriegspartei nennenswerte Gel\u00e4ndegewinne erzielen konnte und<\/li>\n<li>ab Anfang Dezember 1914 die gesamte Westfront von der Nordsee bis an die Schweizer Grenze im Stellungskrieg erstarrte,<\/li>\n<\/ul>\n<p>wurde die Sinnlosigkeit des Leidens und Sterbens Hunderttausender mehr als offenkundig. Das Leiden derer, die den Vater, Ehegatten, Sohn, Bruder oder Freund verloren hatten, blieb und bleibt hinter derlei Statistiken f\u00fcr immer verborgen. All das l\u00e4sst nur eine Folgerung zu: \u00c4chtung von Krieg und Gewalt, Einsatz f\u00fcr Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-7247\" src=\"https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-11_Agnes-Dreisbusch-mit-ihren-3-Toechtern-Lisa-Rosa-und-Anna-von-links-nach-rechts.jpg\" alt=\"\" width=\"520\" height=\"747\" srcset=\"https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-11_Agnes-Dreisbusch-mit-ihren-3-Toechtern-Lisa-Rosa-und-Anna-von-links-nach-rechts.jpg 520w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-11_Agnes-Dreisbusch-mit-ihren-3-Toechtern-Lisa-Rosa-und-Anna-von-links-nach-rechts-401x576.jpg 401w\" sizes=\"auto, (max-width: 520px) 100vw, 520px\" \/><\/p>\n<p><em>Abb. 11: Agnes Dreisbusch mit ihren 3 T\u00f6chtern Lisa, Rosa und Anna (von links nach rechts) \u2013 Aufnahme ca. 1918 \u2013 Archiv: P. Grasmann.<\/em><\/p>\n<p>Agnes Dreisbusch heiratete nach dem Tod ihres Mannes nicht mehr, sorgte alleine f\u00fcr ihre 3 Kinder und verstarb am 12. Februar 1946 in ihrem Haus in Aschaffenburg-Leider, Ruhlandstra\u00dfe 54. Beigesetzt wurde sie auf dem Friedhof in Leider, wo zur Erinnerung auf dem Grabstein auch der Name ihres Mannes angebracht wurde. Ende 2020 wurde das Grab aufgel\u00f6st.\u00a0\u00a0\u00a0 An Josef Dreisbusch erinnert aber noch der Eintrag auf dem Denkmal f\u00fcr die Opfer des 1. Weltkrieges auf dem Friedhof in seinem Geburts- und Wohnort Aschaffenburg-Leider und auf der Gedenktafel in der Leiderer Pfarrkirche St. Laurentius. Sein Schicksal und das Leid seiner Familie bleiben als Mahnung f\u00fcr den Frieden weiter bestehen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-7248\" src=\"https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-12_Josef-Dreisbusch-\u2013-Inschrift-auf-dem-Weltkrieg-1-Denkmal-im-Friedhof-Aschaffenburg-Leider-800x184.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"184\" srcset=\"https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-12_Josef-Dreisbusch-\u2013-Inschrift-auf-dem-Weltkrieg-1-Denkmal-im-Friedhof-Aschaffenburg-Leider-800x184.jpg 800w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-12_Josef-Dreisbusch-\u2013-Inschrift-auf-dem-Weltkrieg-1-Denkmal-im-Friedhof-Aschaffenburg-Leider-768x177.jpg 768w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-12_Josef-Dreisbusch-\u2013-Inschrift-auf-dem-Weltkrieg-1-Denkmal-im-Friedhof-Aschaffenburg-Leider-600x138.jpg 600w, https:\/\/heimathub.de\/wp-content\/uploads\/archive\/66\/2023\/05\/Abb.-12_Josef-Dreisbusch-\u2013-Inschrift-auf-dem-Weltkrieg-1-Denkmal-im-Friedhof-Aschaffenburg-Leider.jpg 1017w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p><em>Abb. 12: Josef Dreisbusch \u2013 Inschrift auf dem Weltkrieg-1-Denkmal im Friedhof Aschaffenburg-Leider (Ausschnit)t \u2013 Foto: P. Grasmann.<\/em><\/p>\n<p><strong>Anhang<\/strong><\/p>\n<p><strong>Abbildungen<\/strong><strong>:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Abb. 1:<\/strong> Elternhaus von Josef Dreisbusch, Leider, Hs. Nr. 59 \u2013 Quelle: Leben in Leider. Portrait eines Stadtteils I. Fotodokumentation. A. a. O., S. 129 d, Mitte oben<\/p>\n<p><strong>Abb. 2:<\/strong> Eintrag im Heiratsregister Aschaffenburg \u2013 Unterschriften der Eheleute, der Trauzeugen und des Standesbeamten \u2013 Quelle: Trauregister, Aschaffenburg, Stadt- und Stiftsarchiv (SSAA)<\/p>\n<p><strong>Abb. 3:<\/strong> Deutsche Soldaten beim Ausheben eines Sch\u00fctzengrabens \u2013 Quelle: Aspern, K.: Illustrierte Geschichte des europ\u00e4ischen Krieges. Bd. 1. S. 425a<\/p>\n<p><strong>Abb. 4<\/strong>: <a href=\"https:\/\/search.ancestry.de\/search\/db.aspx?dbid=1631\">Kriegsranglisten und -stammrollen des K\u00f6nigreichs <\/a>f\u00fcr Josef Dreisbusch<strong> \u2013 <\/strong>Quelle: Bayerisches Hauptstaatsarchiv; M\u00fcnchen; Abteilung IV Kriegsarchiv. Kriegsstammrollen, 1914-1918<em>; <\/em>Band<em>: <\/em>11621. Kriegsstammrolle: Bd.1 \u2013 URL: https:\/\/www.ancestry.de \u2013 abgerufen am: 24.8.2018<\/p>\n<p><strong>Abb. 5: <\/strong>Agnes Dreisbusch: Ausz\u00fcge aus ihren Kriegserinnerungen \u2013 Quelle: Dreisbusch, A.: Kriegserinnerungen.<\/p>\n<p><strong>Abb. 6:<\/strong> Deutsche Verlustlisten 278. Ausg. vom 17.12.1914 mit Bayer. Verlustliste Nr. 122 \u2013 Auszug \u2013 URL: http:\/\/des.genealogy.net\/search\/show\/1054632 \u2013 abgerufen am 24.5.2017<\/p>\n<p><strong>Abb. 7:<\/strong> Berichtigung zur Bayer. Verlustliste Nr. 122 (Auszug) \u2013 URL: http:\/\/des.genealogy.net\/search\/show\/2534167 \u2013 abgerufen am 24.5.2017<\/p>\n<p><strong>Abb. 8:<\/strong> Sterbebild Josef Dreisbusch \u2013 Quelle: Archiv P. Grasmann<\/p>\n<p><strong>Abb. 9:<\/strong> Grab von Josef Dreisbusch auf dem Soldatenfriedhof Lille-S\u00fcd \u2013 Foto: Volksbund Dt. Kriegsgr\u00e4berf\u00fcrsorge e. V.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Abb. 10: <\/strong>Todesanzeige f\u00fcr Josef Dreisbusch \u2013 Quelle: Aschaffenburger Zeitung, Ausg.: 25.11.1914; Zeitungsarchiv, SSAA<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Abb. 11:<\/strong> Dreisbusch Agnes mit ihren Kindern Lisa, Rosa und Anna (von links nach rechts), Aufnahme ca. 1918 \u2013 Quelle: Archiv P. Grasmann<\/p>\n<p><strong>Abb. 12:<\/strong> Josef Dreisbusch \u2013 Inschrift auf dem Weltkrieg-1-Denkmal im Friedhof Aschaffenburg-Leider (Ausschnitt) \u2013 Foto: P. Grasmann<\/p>\n<p><strong>Karten<\/strong><strong>:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Karte 1:<\/strong> Die deutschen Armeen an der Westfront im August 1914 \u2013 F\u00fchrung von: 1 Generaloberst v. Kluck \u2013 2 Generaloberst v. B\u00fclow \u2013 3 Generaloberst v. Hausen \u2013 4 Herzog v. W\u00fcrttemberg \u2013 5 Deutscher Kronprinz &#8211; 6 Kronprinz von Bayern \u2013 7 Generaloberst v. Heeringen \u2013 nach: Baer, C. H.: Der V\u00f6lkerkrieg. Bd. 1. S. 233<\/p>\n<p><strong>Karte 2:<\/strong> Marne-Schlacht \u2013 September 1914 \u2013 Quelle: Fendrich, A.: Von der Marne-Schlacht bis zum Fall Antwerpens. S. 17<\/p>\n<p><strong>Karte 3:<\/strong> Region Ypern \u2013 Operationsgebiet des 2. bayerischen J\u00e4ger-Bataillons \u2013 Quelle: Schwink, O.: a. a. O., Skizze 3 \u2013 Ausschnitt, bearb. d. Verf.<\/p>\n<p><strong>Karte 4:<\/strong> Kampfgebiet des 2. bayerischen J\u00e4ger-Bataillons um Wytschaete \u2013 St. Eloi Anfang November 1914 \u2013 Quelle: Schwink, O.; a. a. O., Skizze 3 \u2013 Ausschnitt, bearb. d. Verf.<\/p>\n<p><strong>Karte 5:<\/strong> Frontsituation am 8.11.1914 im Gebiet Oosttaverne\u2013Wytschaete\u2013St. Eloi \u2013 Quelle: URL: https:\/\/www.memoiredeshommes.sga.defense.gouv.fr\/ \u2013 abgerufen am 16.04.2020 \u2013II<sup>e<\/sup> C.B. = 2. Bayer. Armeekorps; Anm. d. Verf.<\/p>\n<p><strong>Tabelle<\/strong>:<\/p>\n<p><strong>Tab. 1: <\/strong>Verlustzahlen der Hauptkriegsparteien f\u00fcr die 1. Flandernschlacht<strong> \u2013<\/strong> Quelle: Seite \u201eErste Flandernschlacht\u201c. In: Wikipedia, Die freie Enzyklop\u00e4die. URL: https:\/\/de.wikipedia.org \u2013 abgerufen am: 11.9.2018<\/p>\n<p><strong>Literatur:<\/strong><\/p>\n<p>Adressbuch der Stadt Aschaffenburg \u2013 einschlie\u00dflich Damm und Leider. 1910. Stadt- u. Stiftsarchiv Aschaffenburg \u2013 Pr\u00e4senzbibliothek.<\/p>\n<p>Amtl. Kriegs-Depeschen. Nach Berichten des Wolff\u00b4 schen Telegr. Bureaus. 1. Band. 1. August 1914 bis 31. Januar 1915., Berlin \u2013 URL: https:\/\/archive.org\/details\/amtlichekriegsde04contuoft<\/p>\n<p>Aspern, K.: Illustrierte Geschichte des europ\u00e4ischen Krieges 1914. Band 1. Regensburg 1914 \u2013 URL: http:\/\/archive.org\/details\/bub_gb __oRPAAAAYAAJ<\/p>\n<p>Baer, C. H. (Hrsg.): Der V\u00f6lkerkrieg. Eine Chronik der Ereignisse seit dem 1. Juli 1914. Bd. 1. Stuttgart 1914 \u2013 URL: http:\/\/www.achive.org\/ details\/dervlkerkrieg01baeruoft<\/p>\n<p>Beumelburg, W.: Schlachten des Weltkrieges. Ypern 1914. Band 10. In Einzeldarstellungen bearbeitet und herausgegeben im Auftrage des Reichsarchivs. Oldenburg i. O. \u2013 Berlin 1925 \u2013 URL: http:\/\/digi.landes-bibliothek.at\/viewer\/image\/AC00633954\/1\/<\/p>\n<p>Der Weltkrieg 1914\u20131918. Bearbeitet im Reichsarchiv. Die milit\u00e4rischen Operationen zu Lande. Bd. 1. Die Grenzschlachten im Westen. Berlin 1925. \u2013 URL: http:\/\/digi.landesbibliothek.at\/viewer\/image\/ AC01831210\/1\/<\/p>\n<p>Der Weltkrieg 1914\u20131918. Bearbeitet im Reichsarchiv. Die milit\u00e4rischen Operationen zu Lande. Bd. 3. Der Marnefeldzug 1. Von der Sambre zur Marne. Berlin 1926 \u2013 URL: http:\/\/digi.landesbibliothek.at\/viewer\/ image\/ AC01859809\/1\/<\/p>\n<p>Der Weltkrieg 1914\u20131918. Bearbeitet im Reichsarchiv. Die milit\u00e4rischen Operationen zu Lande. Bd. 4. Der Marnefeldzug 2. Die Schlacht. Berlin 1926 \u2013 Digitalisat: http:\/\/digi.landesbibliothek.at\/viewer\/image\/ AC01859855\/1\/<\/p>\n<p>Der Weltkrieg 1914\u20131918. Bearbeitet im Reichsarchiv. Die milit\u00e4rischen Operationen zu Lande. Bd. 5. Der Herbst-Feldzug 1914. 1. Im Westen bis zum Stellungskrieg, im Osten bis zum R\u00fcckzug. Berlin 1929 \u2013 URL: http:\/\/digi.landesbibliothek.at\/viewer\/image\/AC01859873\/1\/<\/p>\n<p>Der Weltkrieg 1914\u20131918. Bearbeitet im Reichsarchiv. Die milit\u00e4rischen Operationen zu Lande. Bd. 6. Der Herbstfeldzug 1914. Der Abschlu\u00df der Operationen im Westen und Osten. Berlin 1929 \u2013 URL: http:\/\/digi. landesbibliothek.at\/viewer\/image\/AC01859899\/1\/<\/p>\n<p>Die Bayern im Gro\u00dfen Kriege 1914\u20131918. Auf Grund der amtlichen Kriegsakten dargestellt. Amtliches Werk herausgegeben vom Bayerischen Kriegsarchiv. M\u00fcnchen 1923. 2. Aufl.<\/p>\n<p>Dreisbusch, A.: Kriegserinnerungen. Gewidmet meinen Kindern zum Andenken. Handschriftliche Aufzeichnungen. Aschaffenburg 1920. Kopie. Original verschollen.<\/p>\n<p>Erinnerungsbl\u00e4tter deutscher Regimenter. Ausz\u00fcge aus den amtlichen Kriegstageb\u00fcchern. Herausgegeben f\u00fcr den Anteil der bayerischen Armee vom bayerischen Kriegsarchiv. Bayerische Armee. Band 35. Das K. B. J\u00e4ger-Regiment 1 und seine Stammabteilungen: Das K. B. 1. J\u00e4ger-Bataillon K\u00f6nig. Das K. B. 2. J\u00e4gerbataillon. Das K. B. Reserve-J\u00e4ger-Bataillon Nr. 2. M\u00fcnchen 1925.<\/p>\n<p>Fendrich, A.: Gegen Frankreich und Albion. II. Halbband. Von der Marneschlacht bis zum Fall Antwerpens. Stuttgart 1916 \u2013 URL: http:\/\/archive.org\/details\/bub_gb_zjhRAAAAYAAJ<\/p>\n<p>Gollwitzer, F.\/Hock, K.: &#8222;J\u00e4ger vor!&#8220; \u2013 Erinnerungs- und Gedenkbuch der Aschaffenburger J\u00e4ger. 2. bayer. J\u00e4gerbataillon, bayer. Res. J\u00e4ger-Bataillon Nr. 2, Radfahrer- und Ersatz-Radfahrer-Kompagnie. 1. Band. M\u00fcnchberg 1936.<\/p>\n<p>Grasmann, P.: HERBST1914ZEITLOSE. Auf den Spuren der \u201e2er J\u00e4ger\u201c. Aschaffenburg 2021.<\/p>\n<p>Kaup, Wilh.; Kaup, Wolfg.; Hapke, K.: Leben in Leider. Portrait eines Stadtteils. I. Fotodokumentation. Aschaffenburger Studien im Auftrag der Stadt Aschaffenburg. Stadt- und Stiftsarchiv. Band 10. Aschaffenburg 1995.<\/p>\n<p>Kaup, Wilh.; Kaup, Wolfg.; Hapke, K.: Leben in Leider. Portrait eines Stadtteils. II. Textband. Aschaffenburger Studien im Auftrag der Stadt Aschaffenburg. Stadt- und Stiftsarchiv. Band 11. Aschaffenburg 1995.<\/p>\n<p>Schwarte, M. (Hrsg.): Die milit\u00e4rischen Lehren des Gro\u00dfen Krieges. Berlin 1920 \u2013 URL: http:\/\/archive.org\/details\/bub_gb_uVukQCWKSeUC.<\/p>\n<p>Schwink, O.: Der gro\u00dfe Krieg in Einzeldarstellungen. Heft 10. Die Schlacht an der Yser und bei Ypern im Herbst 1914. Oldenburg i. Gr. 1918 \u2013 URL: https:\/\/digi.landesbibliothek.at.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Online-Ressourcen:<\/strong>Bayerisches Hauptstaatsarchiv; M\u00fcnchen; Abteilung IV Kriegsarchiv. Kriegsstammrollen, 1914-1918 \u2013 URL: www.ancestry.de<\/p>\n<p>Franz\u00f6sische Milit\u00e4rkarten des 1. Weltkrieges: URL: https:\/\/www.memoiredeshommes.sga.defense.gouv.frVerein f\u00fcr Computergenealogie \u2013 URL: http:\/\/des.genealogy.net<\/p>\n<p><strong>Anmerkungen:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[1]<\/a> Kaup, Wilh.; Kaup, Wolfg.; Hapke, K.: Leben in Leider. Portrait eines Stadtteils. II. Fotodokumentation. Aschaffenburger Studien im Auftrag der Stadt Aschaffenburg. Stadt- und Stiftsarchiv. Band 10. Aschaffenburg 1995. S.117<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[2]<\/a> Bayerisches Hauptstaatsarchiv; M\u00fcnchen; Abteilung IV Kriegsarchiv. Kriegsstammrollen, 1914-1918; Band: 11837. Kriegsstammrolle: Bd.15 \u2013 Online verf\u00fcgbar: www.ancestry.de<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\">[3]<\/a> Nach der Umnummerierung 1937 wurde daraus die Hausnr. Ruhlandstr. 54.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref4\" name=\"_edn4\">[4]<\/a> N\u00e4here Einzelheiten zum Schicksal von Josef Dreisbusch und den Ereignissen um das 2. bayerische J\u00e4ger-Bataillon im Herbst 1914 enth\u00e4lt das Buch von Grasmann, P.: HERBST1914ZEITLOSE. Auf den Spuren der \u201e2er J\u00e4ger\u201c. Aschaffenburg. 2020.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref5\" name=\"_edn5\">[5]<\/a> Grasmann, P., a. a. O., S. 129 f. (Zitat aus den Erinnerungen von Agnes Dreisbusch im gleichen Buch)<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref6\" name=\"_edn6\">[6]<\/a> Quellen: Gollwitzer, F.\/ Hock, K. &#8222;J\u00e4ger vor!&#8220;. S. 268 und Verlustlisten 1. Weltkrieg, S. 1554 \u2013 online abrufbar unter: http:\/\/des.genealogy.net\/ search\/show\/373498 \u2013 abgerufen am 25.7.2017<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref7\" name=\"_edn7\">[7]<\/a> Siehe Karte 1!<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref8\" name=\"_edn8\">[8]<\/a> Siehe Karte 2!<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref9\" name=\"_edn9\">[9]<\/a> Gollwitzer, F.\/ Hock, K. &#8222;J\u00e4ger vor!&#8220;. S. 20. Unter dem Datum vom 26. September beschreibt der Gefreite Hans Martin hier die letzten vier Tage vom 22. bis 25.9.14. Anm. d. Verf.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref10\" name=\"_edn10\">[10]<\/a> Martin, H. in: Gollwitzer, F.\/ Hock, K., a. a. O. S. 20<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref11\" name=\"_edn11\">[11]<\/a> Gollwitzer, F.\/ Hock, K., a. a. O. S. 267 f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref12\" name=\"_edn12\">[12]<\/a> Auszug aus dem Kriegstagebuch des Oblt. d. Res. Karl Hock, 2. bayerisches J\u00e4ger-Bataillon zum Gefecht von Mametz am 29. Sept.1914. In: Gollwitzer F.\/ Hock K., a. a. O., S. 23 f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref13\" name=\"_edn13\">[13]<\/a> Deffner, R. in: Erinnerungsbl\u00e4tter deutscher Regimenter. Band 35. Das K. B. J\u00e4ger-Regiment 1 und seine Stammabteilungen. M\u00fcnchen 1925. S. 44 f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref14\" name=\"_edn14\">[14]<\/a> Deffner, R. in: Erinnerungsbl\u00e4tter deutscher Regimenter. Band 35. A. a. O., S. 46<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref15\" name=\"_edn15\">[15]<\/a> Daher auch der ebenfalls verwendete Begriff \u201e1. Schlacht von Ypern\u201c. Anm. d. Verf.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref16\" name=\"_edn16\">[16]<\/a> Kommandeur des Britischen Expeditions-Korps<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref17\" name=\"_edn17\">[17]<\/a> Beumelburg, W.: Schlachten des Weltkrieges. Ypern 1914. S. 202<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref18\" name=\"_edn18\">[18]<\/a> Deffner, R. in: Erinnerungsbl\u00e4tter deutscher Regimenter. Band 35. A. a. O., S. 47 ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref19\" name=\"_edn19\">[19]<\/a> Die Meldungen der OHL \u00fcber das Wolff\u00b4sche Telegraphen Bureau in Berlin tragen dann jeweils das Datum des folgenden Tages. Anm. d. Verf.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref20\" name=\"_edn20\">[20]<\/a> Deffner, R. in: Erinnerungsbl\u00e4tter deutscher Regimenter. Band 35. A. a. o., S. 47.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref21\" name=\"_edn21\">[21]<\/a> Amtliche Kriegsdepeschen. Nach Berichten des Wolff\u00b4schen Telegr.-Bureaus. Bd. 1. S. 191<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref22\" name=\"_edn22\">[22]<\/a> Deffner, R. in: Erinnerungsbl\u00e4tter deutscher Regimenter. Band 35. A. a. O., S. 48<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref23\" name=\"_edn23\">[23]<\/a> Amtliche Kriegsdepeschen. Bd. 1. A. a. O., S. 195<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref24\" name=\"_edn24\">[24]<\/a> Amtliche Kriegsdepeschen. Bd. 1. A. a. O., S. 197<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref25\" name=\"_edn25\">[25]<\/a> Amtliche Kriegsdepeschen. Bd. 1. A. a. O., S. 200<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref26\" name=\"_edn26\">[26]<\/a> W. Beumelburg: A. a. O., S. 204<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref27\" name=\"_edn27\">[27]<\/a> Deffner schreibt hier in seinen Erinnerungen von <em>Off.Stellv. Raminger<\/em>. Richtig: Ranzinger. Anm. d. Verf.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref28\" name=\"_edn28\">[28]<\/a> Deffner, R. In: Erinnerungsbl\u00e4tter deutscher Regimenter. Band 35, a. a. O., S. 49<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref29\" name=\"_edn29\">[29]<\/a> Siehe Karte 4!<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref30\" name=\"_edn30\">[30]<\/a> F\u00fchrer der 4. Kompanie des 2. bayerischen J\u00e4ger-Bataillons<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref31\" name=\"_edn31\">[31]<\/a> F\u00fchrer der 1. Kompanie des 2. bayerischen J\u00e4ger-Bataillons<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref32\" name=\"_edn32\">[32]<\/a> Deffner, R. in: Erinnerungsbl\u00e4tter deutscher Regimenter. Band 35. A. a. O., S. 49<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref33\" name=\"_edn33\">[33]<\/a> Amtliche Kriegsdepeschen. Bd. 1. A. a. O., S. 204<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref34\" name=\"_edn34\">[34]<\/a> Amtliche Kriegsdepeschen. Bd. 1. A. a. O., S. 208<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref35\" name=\"_edn35\">[35]<\/a> Amtliche Kriegsdepeschen. Bd. 1. A. a. O., S. 211<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref36\" name=\"_edn36\">[36]<\/a> Deffner, R. in: Erinnerungsbl\u00e4tter deutscher Regimenter. Band 35. A. a. O., S. 50<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref37\" name=\"_edn37\">[37]<\/a> Amtliche Kriegsdepeschen. Bd. 1. A. a. O., S. 212<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref38\" name=\"_edn38\">[38]<\/a> Deffner, R. in: Erinnerungsbl\u00e4tter deutscher Regimenter. Band 35. A. a. O., S. 50<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref39\" name=\"_edn39\">[39]<\/a> Amtliche Kriegsdepeschen. Bd. 1. A. a. O., S. 214<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref40\" name=\"_edn40\">[40]<\/a> Siehe Abb. 4: Kriegsrangliste\/-stammrolle f\u00fcr Josef Dreisbusch, unterer Abschnitt!<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref41\" name=\"_edn41\">[41]<\/a> D. h. rechtes und linkes Bein (Gewehr-Granate). Anm. d. Verf.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref42\" name=\"_edn42\">[42]<\/a> D. h. nachts um 1:00 Uhr, Anm. d. Verf.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref43\" name=\"_edn43\">[43]<\/a> Umgangssprachlich auch als \u201eWundbrand\u201c oder \u201eGasbrand\u201c bezeichnet. Anm. d. Verf.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref44\" name=\"_edn44\">[44]<\/a> Kriegsstammrolle Nr. 11621 Bd. 1 Eintrag-Nr. 301.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref45\" name=\"_edn45\">[45]<\/a> Siehe Abb. 5! \u2013 Agnes Dreisbusch: Ausz\u00fcge aus ihren Kriegserinnerungen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref46\" name=\"_edn46\">[46]<\/a> \u00dcbertragung des handschriftl. Textes aus Abb. 5.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref47\" name=\"_edn47\">[47]<\/a> Siehe Abb. 6!<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref48\" name=\"_edn48\">[48]<\/a> Siehe Abb. 7!<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref49\" name=\"_edn49\">[49]<\/a> Siehe Karte 5!<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref50\" name=\"_edn50\">[50]<\/a> Gollwitzer, F.\/ Hock, K., a. a. O., S. 38<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref51\" name=\"_edn51\">[51]<\/a> Dr. W. Hoffmann: 19. Sanit\u00e4tswesen. In: Schwarte, M., Hrsg.: Die milit\u00e4rischen Lehren des Gro\u00dfen Krieges. Berlin 1920. S. 443 ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref52\" name=\"_edn52\">[52]<\/a> Volksbund Dt. Kriegsgr\u00e4berf\u00fcrsorge e. V., Kassel<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref53\" name=\"_edn53\">[53]<\/a> Bayerisches Hauptstaatsarchiv; M\u00fcnchen<em>; <\/em>Abteilung IV Kriegsarchiv. Kriegsstammrollen<em>, <\/em>1914-1918<em>; <\/em>Band: 7535<em>.<\/em> Kriegsstammrolle: Bd.4 \u2013 Auszug f\u00fcr Lang Richard \u2013 URL: https:\/\/www.ancestry.de \u2013 Stand: 24.8.2018<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref54\" name=\"_edn54\">[54]<\/a> Siehe Abb. 10!<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref55\" name=\"_edn55\">[55]<\/a> In ihren Erinnerungen schrieb A. Dreisbusch irrt\u00fcmlich vom Mittwoch, dem 1.12.1914. Tats\u00e4chlich fand der Trauergottesdienst am Mittwoch, 2.12.1914 statt. Anm. d. Verf.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref56\" name=\"_edn56\">[56]<\/a> Auszug aus den Erinnerungen von Agnes Dreisbusch. Die kompletten Erinnerungen von Agnes Dreisbusch finden sich einschlie\u00dflich der Transkription in Grasmann, P.: HERBST1914ZEITLOSE. Aschaffenburg 2021. Dort ist auch der Weg ihres Gatten Josef Dreisbusch durch die ersten Kriegsmonate zusammen mit dem 2. bayerischen J\u00e4ger-Bataillon bis zur Jahreswende 1914\/15 tagebuchartig dargestellt.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref57\" name=\"_edn57\">[57]<\/a> Gollwitzer, F.\/ Hock, K., a.a. O., S. 267 ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref58\" name=\"_edn58\">[58]<\/a> Deffner, R. in: Erinnerungsbl\u00e4tter deutscher Regimenter. Band 35, a. a. O., S. 51<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref59\" name=\"_edn59\">[59]<\/a> Deffner, R. in: Erinnerungsbl\u00e4tter deutscher Regimenter. Band 35, a. a. O., S. 49<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Josef Dreisbusch \u2013 in zahlreichen Dokumenten findet man auch noch die Namensschreibweise \u201eJoseph\u201c \u2013 wurde am 13. 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